Don’t judge a book just by looking at its cover
Donnerstag, 8. September 2005, 11:58 UhrEntwurfsmuster sind etwas, um das wohl keinE InformatikerIn vollständig herumkommt. Das klassische Buch dazu ist das der “Gang of Four” (heißt so, weil es von vier Autoren geschrieben wurde) von 1995; ich habe auch schon ein paarmal angefangen, es zu lesen, hatte aber immer so meine Probleme damit (mehr siehe unten).
Gestern habe ich in der Unibuchhandlung mal wieder auf dem Tisch mit den Mängelexemplaren rumgekramt und dort Head First Design Patterns gefunden. Das Java-Buch aus der “Head First”-Reihe hatte ich vor einiger Zeit schonmal in der Hand; allerdings habe ich es nach einem kurzen Blick auf den Titel ganz schnell wieder weggelegt. Inzwischen habe ich aber das Blog Creating Passionate Users von Kathy Sierra (und anderen “Head First”-Autoren) gefunden und lese es regelmäßig, und anscheinend habe ich mich dadurch an die Bilder und die Schriften gewöhnt. Diesmal hab ich also dem Buch eine Chance gegeben. Im Moment bin ich auf Seite 178 von über 600 — weit genug, um die beiden Bücher vergleichen zu können (schließlich habe ich das GoF-Buch auch noch nicht komplett gelesen).
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| Titel | Head First Design Patterns | Design Patterns: Elements of Reusable Object-Oriented Software |
|---|---|---|
| In-der-Bahn-lesen-Faktor | Eher peinlich (die Bilder! die Schriftgrößen! das chaotische Layout!) — dafür kommt man nach dem Umsteigen sehr schnell wieder “rein”. | Fachbuch halt. |
| Drin-rummalen-Faktor | Das Buch will, dass man drin rummalt, und ich würde das wohl auch machen — wenn ich nicht genau wüsste, dass ich das Buch wohl noch verleihen muss. | Wenn ich’s nicht immer nur aus der Bibliothek hätte… würde ich wohl trotzdem immer noch nicht drin rummalen wollen. Was auch? |
| Beispiele-Faktor | Pizza… Schokolade-Fabrik… sollte man nicht lesen, wenn man Hunger hat und nichts Essbares in der Nähe ist. | Ich kriege inzwischen Aggressionen, wenn ich was über diesen komischen Texteditor lesen muss. Viel schlimmer: das Beispiel wird für alles wiederverwendet — als ob ich mich beim n-ten Pattern nach ein paar Tagen/Wochen noch gut genug daran erinnern könnte. |
| Spaß-Faktor | Mit Kreuzworträtseln! Und rocket powered model ducks! In jedem Buch ein Spiegel! | Fachbuch halt. |
| Einschlafen-Faktor | Wer beim Text-Lesen müde wird, kann sich mit den Diagrammen und den Code-Beispielen und den Zusammenfassungen und den Pattern-Interviews und den Guru-Grasshopper-Gesprächen und den Aufgaben wachhalten — das Redundanz-Prinzip der Reihe sorgt dafür, dass man dann trotzdem nicht viel Inhalt verpasst. | nicht…einschlafen…wichtiges…Buch… Ich kann’s einfach nicht durchlesen. |
| Verstehen-Faktor | Wenn man sich drauf einlässt, sorgen die Diagramme und die Code-Beispiele und die Zusammenfassungen und die Pattern-Interviews und die Guru-Grasshopper-Gespräche und die Aufgaben dafür, dass man sich viel stärker mit der Materie befasst als in “nur Text”-Büchern. Was fürs Verstehen ganz bestimmt nicht schlecht ist. Und die Autoren erklären gut und informal. | Verstehen ist nicht das Problem. Nur, wenn man gar nicht soweit kommt (siehe Einschlafen-Faktor)… |
| Dran-Erinnern-Faktor | Kann ich noch nicht so richtig beurteilen — wegen der anderen Faktoren aber vermutlich gut. | Hmja, anscheinend erinnere ich mich zumindest an ein bisschen was, das meiste im “Head First”-Buch bisher kannte ich schon so mehr oder weniger. |
| Fazit: Gut geeignet | …um (1) einzusehen, warum Entwurfsmuster sinnvoll sind und (2) die wichtigesten davon wirklich zu verstehen. …wenn man einen visuellen und assoziativen Lernstil bevorzugt. |
…wenn man für die Diplomarbeit noch eine Referenz braucht. …wenn man ein “just the facts, please”-Mensch ist. |
| Fazit: Nicht gut geeignet | …als umfassende Referenz aller existierenden Entwurfsmuster. Aber dafür ist das Portland Pattern Repository wohl eh besser geeignet — oder die Pattern-Übersicht in TogetherJ, in den meisten Fällen. …wenn man ein “just the facts, please”-Mensch ist. |
…um (1) einzusehen, warum Entwurfsmuster sinnvoll sind oder (2) die wichtigesten davon wirklich zu verstehen …wenn man einen visuellen und assoziativen Lernstil bevorzugt. |
| Fazit: Insgesamt | Das Buch ist meine Rettung in Bezug auf Entwurfsmuster — und als Nebeneffekt lerne ich noch was darüber, wie gutes Lehrmaterial aussehen kann. | Der Klassiker halt. Ohne dieses Buch gäb’s das andere wohl nicht, und vor zehn Jahren war es vermutlich auch die Sensation. Aber ich lese halt lieber taz statt FAZ. |


Ja, ich weiß dass die Formatierung kaputt ist. Kümmere ich mich bei Gelegenheit mal drum ;)
Ich habe das Buch innerhalb von fünf Tagen regelrecht verschlungen und war zugegebenermaßen etwas traurig, als ich auf der letzten Seite ankam. Vielen Dank für den Tipp!
@Marcel: kein Problem ;) Ich selbst komm im Moment gar nicht wirklich zum Lesen ;(