Susanna Clarke: Jonathan Strange & Mr Norrell
Montag, 24. Oktober 2005, 18:24 Uhr
Direkt vor Pattern Recognition habe ich Jonathan Strange & Mr Norrell gelesen. Das ist das Buch, bei dem jemand die Marketing-technisch geniale Idee hatte, jeweils die Haelfte der Buecher mit einem schwarzen und die andere Haelfte mit einem weissen Einband herauszugeben (der rote Einband ist die Taschenbuch-Ausgabe). Als ich in Neuseeland war, hatte ich sehr widerspruechliche Rezensionen ueber das Buch gelesen und es mir dann nicht gekauft. Nachdem ich es vor kurzem noch einmal persoenlich empfohlen bekommen hatte, hab ich dem Buch jetzt doch eine Chance gegeben.
Ich verstehe ganz gut, dass die Rezensionen so widerspruechlich sind.
Das Buch ist, insgesamt, sehr gut. In etwas merkwuerdigem altem Englisch geschrieben, etwas umstaendlich, immer leicht ironisch den Personen gegenueber (von vielen verglichen mit dem Stil von Jane Austen; dank meines Oberstufen-Deutschlehrers erinnert mich das auch immer an Theodor Fontane). Die darin beschriebene Magie ist so ganz anders als die in Harry Potter; sehr interessant, das miteinander zu vergleichen.
Allerdings kommt die Handlung die ersten paar hundert Seiten ueber nicht wirklich von der Stelle, und das Ende ist sehr merkwuerdig. Ganz, als waere der Autorin nicht mehr so richtig was eingefallen — oder als haette ihr jemand gesagt, sie solle sich die Moeglichkeit einer Fortsetzung offenhalten.
Und wer dieses Buch direkt vor oder nach Pattern Recognition liest, sollte mit einem Kulturschock rechnen.