Ubuntu-Netzwerkproblem gelöst: MTU manuell ändern

Dienstag, 7. Februar 2006, 21:22 Uhr

Heute bin ich mal wieder im Tech-Support-Einsatz. Aufgabe: Hardware für einen neu eingerichteten DSL-Zugang zusammenstöpseln und dafür sorgen, dass die beiden vorhandenen Rechner (1x Desktop mit Win 2000, 1x Laptop mit Ubuntu Breezy) glücklich ins Netz können. Soweit ja ganz einfach. Praktisch sah’s natürlich aber mal wieder anders aus.

Leider hab ich mich dazu hinreißen lassen, den billigen DSL-Router bei Atelco zu kaufen (Artikelbeschreibung). Der Windows-Rechner hat anstandslos mitgespielt, aber der Ubuntu-Laptop hat sich sehr merkwürdig verhalten: DNS ging meistens. Ping ging fast immer, aber ins Internet nur langsam. Die Router-Konfigurations-Webseite konnte ich nicht aufrufen — die Passwortabfrage kam zwar, aber dann nur ein “das Dokument enthält keine Daten”. WWW ging gar nicht. ssh ging zwar, aber wenn ich z.B. mutt per ssh gestartet hab, ist die ssh-Session gestorben.

Erst dachte ich, es liegt vielleicht am Rechner oder am Kabel. Also habe ich es erst mit meinem eigenen Laptop versucht (auch Ubuntu Breezy), dann mit einem anderen Kabel — jeweils keine Änderung. Diverse Telefongespräche mit meinem Vater und mit Andreas später hab ich’s dann mal mit Knoppix 3.3 versucht — und siehe da, es ging. Am Router konnte es also auch schonmal nicht liegen. Nachdem mein Vater schon ziemlich direkt auf die MTU getippt hatte und das Rumspielen an diversen Netzwerk-Parametern nichts gebracht hat, haben wir dann mal die MTU auf 1500 gesetzt (

sudo ifconfig eth0 mtu 1500

). Und siehe da — schon ging’s auch bei Ubuntu Breezy.

Das eigentliche Problem war also gelöst. Jetzt kam das nächste Problem: wie bringe ich dem Ubuntu bei, die MTU jedesmal auf 1500 zu setzen? Erst hab ich’s so versucht, wie hier beschrieben: in

/etc/network/interfaces

den Eintrag für eth0 setzen auf

iface eth0 inet dhcp
mtu 1500

.
Leider funktionierte das aber nicht — ein

sudo ifdown eth0 && ifup eth0

später zeigte

ifconfig

, dass die MTU immer noch auf 1300 war. Laut diverser Doku funktioniert diese Option nur bei statisch konfigurierten Netzwerkschnittstellen. Nächster Versuch: die Option

interface-mtu

in der

/etc/dhcp3/dhclient.conf

hinzufügen. Das soll zwar angeblich funktionieren, tut es aber nicht (ich hab mir nicht angeschaut, was vom in den Router integrierten dhcp-Server kommt — vielleicht ist da auch der Schuldige). Letzter Versuch, wie hier beschrieben: in die

/etc/network/interfaces

für eth0 das hier schreiben:

iface eth0 inet dhcp
pre-up /sbin/ifconfig eth0 mtu 1500

.
Tut aber auch nicht. Dachte ich mir also, wieso denn überhaupt pre-up — das wär doch nach dem Hochbringen von eth0 viel sinnvoller. Und das war dann auch die Lösung, jetzt funktioniert es ganz wunderbar. Der entsprechende Teil der

/etc/network/interfaces

sieht jetzt so aus:

iface eth0 inet dhcp
post-up /sbin/ifconfig eth0 mtu 1500

.
Und in der

/etc/dhcp3/dhclient.conf

habe ich die Option

interface-mtu

wieder rausgenommen, nur für alle Fälle.

3 Kommentare Newsfeed für Kommentare

  1. das sollte ein

    sudo ifdown eth0 && sudo ifup eth0

    sein, also mit einem weiteren sudo

  2. Und wenn jemand mit dem diesem Router (DSL-Broadband Router DN-11004N von Atelco) findet, dass das Netz sich langsam anfühlt: hier hat es geholfen, den eingebauten DNS-Proxy des Routers abzuschalten.

  3. yeah, danke!

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