Archiv für März 2006

Können Frauen nicht nur besser schreiben, sondern auch besser programmieren?

Donnerstag, 30. März 2006

Neulich hab ich ja schonmal auf einen Artikel hingewiesen, in dem es darum geht, ob Frauen besser schreiben können als Männer. Kathy Sierra von Creating Passionate Users schaut sich das Thema in Bezug auf eine ganz bestimmte Art von Schreiben an: Programmieren.

In ihrem Artikel Code like a girl geht es allerdings zum Glück nicht darum, die üblichen Stereotype zu verbreiten — die eigentliche Frage ist, ob “schöner” Code nicht noch weitere gute Eigenschaften haben kann, analog etwa zu “eleganten” Beweisen in der Mathematik. Und natürlich verweist sie auch auf Don Normans Emotional Design, in dem er sagt, dass schöne Dinge besser benutzbar sind.

Hier ist ein kurzer Ausschnitt — natürlich sollte das nicht das Lesen des eigentlichen Artikels ersetzen…

And there you have it. I think “girl code” is quite a compliment. Because caring about things like beauty makes us better programmers and engineers. We make better things. Things that aren’t just functional, but easy to read, elegantly maintainable, easier–and more joyful–to use, and sometimes flat-out sexy. And whether we like it or not, most of the world associates an appreciation for beauty more with women than men (especially geek men). Women may have a genetic advantage here.

A passion for aesthetics can mean the difference between code that others enjoy working on vs. code that’s stressful to look at.

(…)

Yes, calling beautiful code “girl code” is both silly and some might believe sexist. But that doesn’t mean there isn’t some truth to it. As a female technologist in a heavily male-skewed industry, I don’t need you to compliment my hair. But if you tell me my code is pretty, I might give you some tips.

And if it makes you feel better, I’ll refer to YOUR gorgeous code as metrosexual. But we’ll both know the truth.

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Von der Kunst, gute Fragen zu stellen

Donnerstag, 23. März 2006

Wer schonmal per E-Mail, im Chat, im WWW oder am Telefon von Leuten zu Computer-Problemen gefragt wurde, kennt wohl das Problem: Oft dauert es nur ein paar Minuten, das Problem zu lösen — wenn man denn erstmal (meist in mühevollen Frage-Antwort-Spielchen) rausgefunden hat, was überhaupt das Problem ist. Man denkt sich, dass es doch wohl nicht so schwierig sein kann, von selbst direkt mehr Informationen über das Problem rauszurücken.

Wer schonmal per E-Mail, im Chat, im WWW oder am Telefon Leute zu Computer-Problemen gefragt hat, kennt wohl das Problem: Man ist freundlich, man sagt, dass man ein Problem hat, und bittet um Hilfe. Dann kommen jede Menge Detailfragen zurück. Der Mensch, den man um Hilfe gebeten hat, wird so langsam ungeduldig und dabei wohl auch nicht freundlicher. Wenn man denselben Menschen schon ein paarmal gefragt hat, reagiert er/sie zunehmend gereizter auf Hilfsanfragen. Man hat den Eindruck, dass man irgendwas falsch macht — aber was bloß?

Was kann man da machen?

Das Problem ist natürlich wohlbekannt, und vor allem Entwickler und Benutzer von Open-Source-Projekten haben öfter mal damit zu kämpfen. Eric S. Raymond hat eine Anleitung zu dem Thema geschrieben, die mittlerweise schon 5 Jahre alt ist: How to Ask Questions the Smart Way. Das Problem mit dieser Anleitung ist, dass sie von vielen Leuten als extrem herablassend empfunden wird. Ich habe auf Mailinglisten schon Meinungen darüber gelesen wie “diese Anleitung schreckt normal intelligente Leute eher ab, als dass sie ihnen irgendwie hilft”.

Heute habe ich endlich zwei deutlich bessere Texte zu diesem Thema gefunden.

Der eine ist Getting Help on IRC. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es hier im Wesentlichen um IRC-Kultur — davon sollte man sich aber nicht abschrecken lassen. Die wichtigsten Punkte treffen auch auf andere Kommunikationsarten zu. Hier mal eine Kurzübersicht (Dinge, die nur auf IRC zutreffen, hab ich mal weggelassen):

  • Be precise (Sei genau)
  • Tell what you are doing (Sag, was du tust)
  • Do not be demanding (Stell keine Forderungen)
  • Unintended rudeness (Unbeabsichtigte Unhöflichkeit)
  • Do not repeat yourself (Wiederhole dich nicht)
  • Don’t be lazy - read the documentation (Sei nicht faul — lies die Dokumentation)
  • Answer the questions that you get asked (Beantworte die Fragen, die du gestellt bekommst)
  • Tell the others about the solution (Teile den anderen die Lösung mit)

Der andere Text ist von Amy Hoy und ist im Wesentlichen von Veränderungen in der Community um Ruby on Rails inspiriert. Er heißt Help Vampires: A Spotter’s Guide und nimmt sich des Themas ziemlich humorvoll an. Aus der Einleitung:

Help Vampires are found in every public online community, from those nearest to our hearts to those furthest from our principles.

Instead of consuming of ill-gotten hemoglobin, these vampires suck the very life and energy out of people. By nature they feed on generous individuals who tend towards helping others, and leave their victims exhausted, bitter and dispirited.

They’re not evil creatures, Help Vampires. They act only on their blind instinct to feed, driven by base urges like most living things. Often even they themselves are not aware of their Help Vampire status, so leave your stakes at home.

Das grundlegende Konzept in diesem Artikel sind also die Hilfe-Vampire: Leute, die jede Community zu einem ungemütlichen Ort machen können. Sie saugen aus hilfsbereiten Individuen alle Energie heraus und hinterlassen sie erschöpft, bitter und entmutigt. Zuerst beschreibt Amy, woran genau man diese Hilfe-Vampire erkennen kann. Wer sich in dieser Beschreibung wiederfindet, dem werden sofort danach Tips gegeben, was man selbst dagegen tun kann. Diese Tips sind sehr ähnlich zu denen aus der Anleitung, die ich oben beschrieben habe.

Amy erklärt aber nicht nur Hilfe-Vampiren, wie sie ihren Vampir-Status loswerden können. Sie gibt auch Tips, wie man eine Community retten kann, die an Hilfe-Vampir-Befall leidet. Hier wieder eine kurze Übersicht:

  1. Create resources for Help Vampires (and regular folks) to help themselves. (Stellt Wege für Hilfe-Vampire (und normale Leute) zur Vefügung, mit denen sie sich selbst helfen können.)
  2. Cease all behavior which enables Help Vampires’ vampy behavior. (Hört mit allem Verhalten auf, das das vampirische Verhalten der Hilfe-Vampire ermöglicht.)
  3. Meet Help Vampires head-on. (Konfrontiert Hilfe-Vampire direkt.)

Beide Artikel finde ich definitiv lesenswert. Leider sind aber beide auf Englisch. Kennt jemand entsprechende Anleitungen auf Deutsch?

Das wird hier schwierig

Dienstag, 21. März 2006

Irgendwie hab ich so meine Zweifel, ob Katrins Algorithmus zum Finden des Mathegebäudes an einer beliebigen Uni an der Uni Dortmund funktioniert.

Damit ihr das selbst sehen könnt, hab ich mal eine nicht-repräsentative Auswahl von Fotos ins Netz gestellt, die ich eben von einigen Gebäuden am Nordcampus gemacht habe. Jedes Foto ist auf eine Seite verlinkt, auf der steht, was da abgebildet ist. Außerdem teste ich grad mal das Abstimmungs-Feature von gallery. Ihr könnt also für das Gebäude abstimmen, das ihr für das hässlichste haltet ;)

Optimale Lernbedingungen

Montag, 20. März 2006

Vor meinem Fenster laufen grad Leute rum. Sehr irritierend. Eigentlich würd ich gern ein Foto machen, aber da hätten die glaub ich was gegen.

Achso: das Fenster ist im 1. Stock, ca. 5m über dem Bürgersteig.

Das Haus kriegt eine neue Fassade, und gerade wird das Gerüst aufgebaut. Immerhin haben die beiden Handwerker, die tausende von Löchern in die Kellerwand von unserem Nachbarn bohren, wohl vor ner Weile Feierabend gemacht.

Morgen lern ich glaub ich lieber in der Unibib. Da werden allerdings grad neue Kabel verlegt… Kennt jemand ein Nichtrauchercafé in Bochum oder Dortmund…?

Englisches Wort für heute: Pürierstab

Donnerstag, 16. März 2006

Ich habe gestern mit Andreas telefoniert und wir haben über die Paprika-Quiche geredet, die ich heute ausprobieren wollte. Also habe ich ihm das Rezept aus meinem Kochbuch übersetzt. Ohje: was heißt “Pürierstab” auf Englisch? Ich hab’s mal mit “this blender-on-a-stick thingie” versucht, was erst einmal einen Lachanfall am anderen Ende der Leitung ausgelöst hat. Mit ein bisschen erklären wusste er dann aber, was ich meine.

Die Frage hat mich dann aber doch nicht losgelassen, also habe ich heute erstmal dict.leo.org bemüht — dort gibt’s nur Forenbeiträge, und die sagen “hand blender”. Ich hab dann zur Sicherheit nochmal in der Wikipedia nachgesehen: das hochoffizielle Wort ist anscheinend immersion blender, aber das andere ist auch richtig:

It is also sometimes called a stick blender, wand blender, torpedo blender, electric hand blender or a Bermixer (after the brand name of professional models made by Dito-Electrolux, sometimes misspelled “beurre mixer”).

Wieder was gelernt. “Blender on a stick” find ich trotzdem besser ;)

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Anderes Format für Trackbacks und Pingbacks

Mittwoch, 15. März 2006

Der Blog-Umbau geht weiter… Eben habe ich diese Idee aufgegriffen und die Formatierung von Trackbacks und Pingbacks gegenüber “normalen” Kommentaren leicht geändert.

Nochmal kurz zur Erinnerung: Trackbacks und Pingbacks sind, zumindest mal von implementierungstechnischen Details abgesehen, fast das gleiche. Worum geht es? Wenn man einen Blogeintrag liest, hat man ja ab und an selbst etwas dazu zu sagen. Gelegentlich geht das auch über das hinaus, was man üblicherweise so in einen Kommentar schreibt — und meist möchte man auch, dass die Leser des eigenen Blogs was davon mitbekommen. In diesem Fall kann man natürlich im eigenen Blog einen Eintrag posten, der auf den ursprünglichen Eintrag verlinkt. Wenn das eigene Blog Trackbacks oder Pingbacks senden und das ursprüngliche Blog sie empfangen kann, wird dann im ursprünglichen Blogeintrag ein Kommentar erzeugt, der auf den eigenen Blogeintrag verweist. Ich persönlich finde daher, dass Trackbacks und Pingbacks sehr sinvoll und nützlich sind — siehe auch Punkt 4 hier.

Wer eine Blogsoftware verwendet, die von selbst keine Trackbacks schicken kann (wie zum Beispiel Blogger), für den/die gibt es übrigens online ein Tool für manuelles Senden von Trackbacks (Empfangen geht damit allerdings immer noch nicht — da hilft wohl nur der Umstieg…).

Aber wieder zurück zur Darstellung von Trackbacks und Pingbacks in meinem Blog. Standardmäßig behandelt WordPress Trackbacks und Pingbacks wie normale Kommentare. Das heißt, alle drei Sorten werden zusammengemischt und chronologisch sortiert unter dem entsprechenden Eintrag angezeigt. Meiner Meinung nach verwirrt das beim Lesen der Kommentare manchmal — man muss schon genau hinschauen, um zu sehen, dass ein bestimmter Kommentar eigentlich nur ein Teil eines anderen Blogeintrags ist.

Rachel beschreibt in ihrem Eintrag ja schon sehr gut, was genau sie geändert hat. Ich wollte bei Trackbacks aber doch den Text einbauen und außerdem getrennte CSS-Klassen für Trackbacks und Pingbacks haben. Deswegen sieht der Code in meinem Kommentar-Template jetzt so aus:

  1. <?php foreach ($comments as $comment) : ?>
  2. <?php if (get_comment_type() == “comment”){ ?>
  3.         (normale Kommentar-Darstellung wie vorher)
  4. <?php } elseif (get_comment_type() == “pingback”) { ?>
  5.         <li class=“pingback” id=“comment-<?php comment_ID() ?>”>
  6.                 Verlinkt von <?php comment_author_link() ?>
  7.                 (commentmetadata wie bei normalen Kommentaren)
  8.         </li>
  9. <?php } else { /* trackback */ ?>
  10.         <li class=“trackback” id=“comment-<?php comment_ID() ?>”>
  11.                 Verlinkt von <?php comment_author_link() ?>
  12.                 (commentmetadata wie bei normalen Kommentaren)
  13.                 <br />
  14.                 <blockquote><?php comment_text() ?></blockquote>
  15.         </li>
  16. <?php } ?>
  17. <?php /* Changes every other comment to a different class */   
  18.         if (‘alt’ == $oddcomment) $oddcomment = ;
  19.         else $oddcomment = ‘alt’;
  20. ?>

Zeile 1 und alles ab Zeile 17 sind vorher auch schon dagewesen und sollen nur zeigen, wo im Template der Code geändert werden muss. Vorsicht übrigens beim Kopieren: Die typographischen Anführungszeichen müssen jeweils durch normale Anführungszeichen ersetzt werden.

Dazu kommen dann natürlich noch die entsprechenden CSS-Definitionen im Stylesheet — bei mir eine farblich etwas veränderte Version der alt-Klasse, die mein Theme für jeden zweiten Kommentar bereitstellt.

Oh, und Note to self: Wenn Änderungen am Stylesheet sich partout nicht auf der Seite zeigen — der CSS-Validator hilft da manchmal. Oder man zählt die Hex-Ziffern in seinen Farbangaben nochmal durch.

Howto: IM-Spam und -Hoaxes erkennen

Dienstag, 14. März 2006

Vor einigen Wochen habe ich einer Verwandten einen Jabber-Account (und, damit sie mit ihrem Sohn chatten kann, auch einen ICQ-Account) eingerichtet. Gestern hat sie mir eine Nachricht weitergeschickt, die sie über ihren Sohn bekommen hatte. Inhalt:

MSN fordert die Veruteilung der Menschen, die dieses Video gedreht haben. Sende diese Message an 15 Leute weiter (am besten an alle aus deiner Liste), damit solche Verbrechen in Zukunft ausbleiben. Hier der Link für alle die sich anschaun wollen um was es geht: (Link auf Flash-Video von Andrea gelöscht)

Das verlinkte Video zeigt anscheinend (ich habe es mir nicht angesehen; wer’s nicht lassen kann, möge die Suchmaschine seiner/ihrer Wahl bemühen — aber bitte erst weiterlesen!), wie Tiere, sagen wir mal, nicht nett behandelt werden. Um es etwas genauer zu sagen, es muss wohl schon ziemlich eklig sein. Die Webseite, von der das Video kommt, hat “PETA” im Namen (das ist eine US-amerikanische Tierschutzvereinigung); allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob es sich tatsächlich um eine Seite der PETA handelt.

Darum geht es mir aber jetzt gerade mal nicht. Worum es mir geht, ist folgendes: Wieso schicken Leute solche Links weiter? Insbesondere, nachdem sie sich das Video selbst angeschaut und (laut Kommentaren, die ich im Netz gefunden habe) das keine 5 Sekunden lang ausgehalten haben, weil es so schlimm ist — dann können sie doch eigentlich nicht wollen, dass ihre Freunde sich das auch anschauen müssen? (Über den Geisteszustand von Leuten, die solche Nachrichten überhaupt erst ins Leben rufen, möchte ich gar nicht erst spekulieren.)

Meine Vermutung: Teilweise hat es wohl was mit der Formulierung des Textes zu tun. Der erinnert nämlich ein bisschen an eine nervige Erscheinung, zu der ich von einem anderen Verwandten in unregelmäßigen Abständen um Rat gebeten werde: ICQ-Viren-Hoaxes. Ein Hoax warnt vor einem Virus, den es gar nicht gibt — und Hoaxes werden nicht nur per Instant Messaging, sondern zum Beispiel auch per E-Mail gern verbreitet. Laut dem Hoax-Info-Service sind sie an ein paar Eigenschaften ganz gut erkennbar:

Wie erkenne ich einen Hoax?

  1. Der Adressat wird aufgefordert, die “Warnung” an möglichst viele Menschen weiterzuleiten.
  2. Das Subject (Betreff) enthält oft den Begriff “Virus Warnung” oder sinnverwandtes.
  3. Die Wirkung des Virus wird sehr drastisch dargestellt und beinhaltet Dinge, die ein Computer-Virus gar nicht kann (z.B. Hardware beschädigen).
  4. Häufig wird als Quelle eine namhafte Firma oder Organisation genannt, um die Glaubwürdigkeit zu verbessern (a.k.a. False Authority Syndrome). Bei diesen Firmen finden sich jedoch keine Hinweise auf eine solche Warnung.
  5. Oft finden sich Aktualitätsangaben wie “gestern” oder “am Freitag”, die keinen Bezug zu einem bestimmten Datum haben können. Wenn ein Kettenbrief schon ein paar Tage, Wochen oder Monate unterwegs ist — wann war dann “gestern”?!

Die Liste beschreibt im Wesentlichen Hoaxes, die per E-Mail verbreitet werden — deswegen sind ein paar Punkte hier nicht anwendbar. Im Fall von der Nachricht, die ich oben zitiert hab, treffen die Punkte 1 und 4 aber voll zu.

Dazu kommt eine veränderte Variante von Punkt 2: Hier geht es nicht um die Auswirkungen von irgendeinem erfundenen Computervirus, sondern um drastische Konsequenzen im wirklichen Leben (”Verurteilung”, “Verbrechen”). Mit Punkt 2 in der Aufzählung hat das gemeinsam, dass es gar nicht stimmen kann — wie soll allein dadurch, dass diese Nachricht ihren Weg durch diverse IM-Netze macht, irgendetwas passieren? Im Gegensatz zu Viren-Warnungen, wo viele Benutzer nicht das nötige Hintergrundwissen haben, um das zuverlässig beurteilen zu können, sollte das in diesem Fall aber doch eigentlich jedem klar sein.

Ich vermute, dass es (zumindest unter anderem) daran liegt, dass viele Leute im Prinzip alles akzeptieren, was ihnen jemand im Bereich Rechner/Internet für wahr verkaufen möchte. Anders kann ich mir beispielsweise auch nicht erklären, warum so viele Leute auf diverse Phishing-Geschichten reinfallen. Im “wirklichen Leben” würde doch kaum jemand von denen bereitwillig ihre EC-Karte samt PIN rausrücken.

Und das einzige, was man als etwas erfahreneR Internet-/Rechner-BenutzerIn da machen kann, ist wohl: die anderen immer wieder daran zu erinnern, ihr Gehirn nicht bei der Einwahl ins Internet abzugeben. Oder fällt jemandem noch was besseres ein?

Update: Ich möchte nochmal klar betonen, dass ich nicht weiss, ob die PETA-Geschichte ein Hoax ist. Ich glaube, es ist keiner — sondern das Video scheint echt zu sein, und es geht den Leuten von PETA darum, darüber neue Mitglieder zu bekommen. Was ich einfach unmöglich finde, ist den Link auf dieses Video per E-Mail, icq oder auf Webseiten zu posten und dabei so zu tun, als würde das irgendetwas bringen. Das tut es nicht. Und worüber ich mir 100%ig sicher bin: weder ICQ noch MSN werden irgendetwas gegen Tierversuche unternehmen. Und wenn, dann sicher nicht auf diesem Weg.

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Sonnen^WSchneeschirm

Sonntag, 12. März 2006

Mein Vater bastelt seit einiger Zeit am Haus rum. Damit die Baumaterialien nicht allzu nass werden, hat er den großen Sonnenschirm aufgestellt. Bei dem netten Winterwetter momentan sieht das recht lustig aus…

Sonnenschirm voll Schnee

Howto: Titelformatierung bei WordPress ändern

Sonntag, 12. März 2006

In einer Standard-WordPress-Installation sieht der Titel für eine Seite, die einen einzelnen Blog-Eintrag anzeigt, so aus: Blogname » Blog Archive » Eintragstitel; für diesen Eintrag hier also: {Bücher,Unterwegs,Rechner-Basteln,Kochen,…} » Blog Archive » Howto: Titelformatierung bei WordPress ändern. Das hat mich im Prinzip schon immer gestört, seit ich mein Blog auf WordPress umgestellt habe.

Was ist das Problem? Siehe beispielsweise Punkt 6 in Jakob Nielsens Top Ten Mistakes in Web Design. Kurz zusammengefasst: Wenn jemand mehrere Fenster oder mehrere Tabs mit Einträgen aus meinem Blog aufhat, fängt die Beschriftung von jedem Tab oder der Titel von jedem Fenster gleich an. Da auf einem Bildschirm ja immer nur begrenzt Platz ist, wird die Tab-Beschriftung in der Tab-Liste nach ein paar Buchstaben abgeschnitten. Gleiches gilt für die Fenstertitel in der Taskleiste. Die Tabs oder Fenster mit den verschiedenen Einträgen sind dann nicht mehr anhand des Titels zu unterscheiden:
Tab-Leiste mit abgeschnittenen Tab-Beschreibungen

Die einfachste Lösung ist es, den Titel einfach “umzudrehen”. Bei diesem Eintrag wäre der Titel dann Howto: Titelformatierung bei WordPress ändern « Blog Archive « {Bücher,Unterwegs,Rechner-Basteln,Kochen,…}.

Wenn man schonmal dabei ist, am Titel rumzustricken, kann man aber auch noch einen Schritt weiter gehen: Mich stört zum Einen das “Blog Archive” — meiner Meinung nach ist diese Zusatzinformation überflüssig. Zum Anderen finde ich die nach links “zeigenden” Anführungszeichen irritierend. Warum, weiß ich nicht genau — ich schätze aber mal, dass es damit zu tun hat, dass sie mein Auge von der üblichen Leserichtung ablenken.

Ein weiteres Argument gegen das « steht hier: Screenreader, die Sehbehinderte und Blinde fürs Surfen benutzen, machen daraus sowas wie “doppeltes spitzes Anführungszeichen, öffnend” — was ziemlich lang und unhandlich klingt. Der Autor schlägt auch direkt ein paar geeignetere Zeichen vor. Wie genau die in HTML definiert werden, kann man zum Beispiel in der Selfhtml-Zeichenreferenz nachschauen; dort finden sich natürlich auch noch andere Sonderzeichen, von denen einige als Trennzeichen auch ganz gut geeignet sind.

Ich habe mich für den Aufzählungspunkt • entschieden. In HTML wird der so geschrieben: &bull;. Insgesamt sieht der Titel für diesen Eintrag dann so aus: Howto: Titelformatierung bei WordPress ändern • {Bücher,Unterwegs,Rechner-Basteln,Kochen,…}.

Wie bringt man das nun WordPress bei? Man muss die entsprechende Definition in der Header-Vorlage ändern. Wer seiner WordPress-Installation die entsprechenden Rechte gegeben hat, kann dafür den Theme-Editor im Admin-Bereich verwenden (Themes → Theme-Editor → Header); alle anderen müssen die Datei

$WordPressPfad/wp-content/themes/$AktuellesTheme/header.php

mit einem Texteditor ihrer Wahl ändern. In dieser Datei muss nun alles zwischen <title> und </title> ersetzt werden, so dass der entsprechende Teil nachher so aussieht (ohne die Zeilennummern — und die typographischen Anführungszeichen ” müssen jeweils durch ein einfaches Anführungszeichen ' ersetzt werden):

  1. <title>
  2. <?php wp_title(); ?>
  3. <?php if(wp_title(, false)) { echo ‘&bull;’; } ?>
  4. <?php bloginfo(‘name’); ?>
  5. </title>

Wie genau funktioniert das?

  • Zeile 1 und 5 geben an, dass wir den Seitentitel definieren.
  • Das wp_title in Zeile 2 ist eine von WordPress definierte Funktion (deutschsprachige Beschreibung) und sorgt dafür, dass an dieser Stelle der Grund-Titel der aktuellen Seite eingefügt wird. Bei einzelnen Einträgen ist das der Titel des Eintrags, bei einer Kategorie-Seite ist es der Name der Kategorie und so weiter.
  • In manchen Fällen, zum Beispiel bei der Startseite des Blogs, kann der Grund-Titel der aktuellen Seite aber auch nicht vorhanden sein. Um genau diese Fälle kümmert sich Zeile 3: Wenn der Grund-Titel der aktuellen Seite nicht vorhanden ist, gibt wp_title ein logisches “falsch” zurück. Zeile 3 fügt das Trennzeichen &bull; genau dann ein, wenn dieser Fall eintritt.
  • Zeile 4 sorgt dann noch dafür, dass in jedem Fall der Name des Blogs angezeigt wird.

Woher ich das alles weiß? Ein klarer Fall von RTFM: steht alles in der Doku ;)

Software-Update

Freitag, 10. März 2006

Die heutige Veröffentlichung von WordPress 2.0.2 hab ich zum Anlass genommen, die von mir administrierten WordPress-Installationen zu aktualisieren. Bei meinem eigenen Blog war ich dabei am skeptischsten, schließlich (a) lief das noch mit WordPress 1.5.x und (b) hab ich hier am meisten rumgebastelt, was Plugins etc. angeht. Bisher hab ich zum Glück noch keine Fehler gefunden, aber wem was auffällt, der/die darf mir gern Bescheid sagen ;)

Ansonsten wird sich hier in nächster Zeit vermutlich was am Blog-Design tun — im cred8d-Blog hab ich da ein paar nette Ideen gesehen (via anne 2.0 via Creating Passionate Users). Genug Zeit müsste man haben…