Archiv für Juli 2006

WordPress 2.0.4

Montag, 31. Juli 2006

Seit 2 Tagen gibt’s WordPress 2.0.4 — ein Sicherheitsupdate, sprich: wer eine WordPress-Installation administriert, sollte es möglichst bald installieren. Mein Blog habe ich gerade aktualisiert und es scheint auch alles gutgegangen zu sein; wenn euch Probleme auffallen, meldet euch.

Wir basteln uns ein Visum, Teil IIb

Dienstag, 25. Juli 2006

Wie ich schon vermutet hatte, ist mein Gesundheitszeugnis nicht in Berlin gelandet, sondern in Den Haag (wo die Visumsanträge von Schweden bearbeitet werden — Schweden hat keine eigene neuseeländische Botschaft). Zum Glück sind die Leute in Den Haag sehr schnell und sehr nett und haben mir direkt eine E-Mail geschrieben. Und sogar heute wieder auf meine Antwort geantwortet. Und sie schicken es für mich nach Berlin und wollen nichtmal Geld dafür haben. Na das ist doch mal klasse Service!

Wohnungen mieten macht Spaß

Donnerstag, 20. Juli 2006

Eines der “Features” meiner ersten eigenen Wohnung wird mir wohl noch etliche Jahrzehnte im Gedächtnis bleiben: In unregelmäßigen Abständen kam dort aus dem Klo eine Luftblase.

Ja, das Wasser im Rohr musste dabei nach draußen. Nein, die Luft roch nicht nach einer frisch gemähten Wiese im Sommer oder so. Nein, man konnte nicht so recht vorhersagen, wann das das nächste Mal passieren würde. Ja, es ist ein paarmal während der Toilettenbenutzung passiert. Nein, das macht keinen Spaß. Ja, wir haben der Vermieterin Bescheid gesagt. Leider war der das sowas von egal — das einzige, was sie getan hat, war eklige Klempner vorbeizuschicken. Besonders einer ist mir wegen seiner netten Angewohnheiten noch lebhaft in Erinnerung:

  • Handschuhe auf die Fensterbank legen (nachdem er an den Abflussrohren rumgematscht hatte)
  • nach dem Ausländeranteil im Haus fragen (”Hier ist Fett im Rohr. Die kochen doch immer so fettig.”)
  • Augen vorzugsweise auf die Brusthöhe von Gesprächspartnerinnen einstellen

Nun dachte ich (im Nachhinein zumindest), naja, erste Wohnung, hätte schlimmer sein können, wird wohl ein Einzelfall gewesen sein.

Und dann fing der Abfluss in der Dusche hier an, Teile des Spülwassers auszuspucken.

Also dachte ich, naja, ist ja ein Studiwohnheim, sogar mit einem eigenen Hausmeister — das wird schon besser laufen als damals. Denkste. Hier mal Ausschnitte aus meinem Jabber-Log.

[11:38:26] <Andrea> there’s someone here for the bathroom now
[11:38:36] <Andrea> who speaks some weird Indian dialect of English
[11:42:30] <Andreas> is he a plumber, or something else?
[11:42:39] <Andrea> some weird guy wearing rubber boots
[11:42:51] <Andrea> and now he’s running water in the bathroom
[11:42:56] <Andrea> don’t know if he’s doing other stuff
[11:43:03] <Andreas> and I am suddenly fairly angry at the great information we’ve been getting
[11:43:20] <Andreas> are you okay, or do you want me to get home as quick as possible?
[11:43:21] <Andrea> but I don’t think that guy speaks Swedish much better than English
[11:43:25] <Andrea> no, I’m ok
[11:43:38] <Andreas> oki, good :)
[11:43:50] <Andrea> he seems to be cleaning the drain, from the noises I’m hearing
[11:43:57] <Andreas> fair enough
[11:44:00] <Andrea> yup
[11:44:14] <Andreas> not too much for him to clean there, but he might be cleaning the actual pipe as well
[11:44:27] <Andrea> I don’t know, and honestly, I don’t really want to know
[11:44:34] <Andrea> as long as it’s not smelly and things work afterwards
[11:44:49] <Andreas> it’s likely to be smelly ,)
[11:44:57] <Andrea> I tried to tell him that things are better now, but that earned me a “yes, yes. beeeetter, beeeetter”
[11:45:34] <Andrea> so I don’t know if he understood too much of that
[11:46:22] <Andrea> and no, I don’t really think he’s a plumber. more like the poor asshole who gets to do all the smelly work that the caretaker doesn’t feel like
[11:48:53] <Andreas> ah :/
[11:50:30] <Andrea> well, I assumed that would happen
[11:50:44] <Andrea> same algorithm my landlady used back with the exploding toilet
[11:51:07] <Andrea> first send some poor asshole to check whether the tenants are lying and/or things can be fixed cheaply
[11:51:34] <Andrea> if the tenants still complain afterwards, go up one step on the salary ladder, repeat
[11:57:07] <Andrea> now he left
[11:57:15] <Andrea> and took some purple plastic thingy with him
[11:57:30] <Andrea> I asked whether we’re still allowed to use the shower, and he said yes
[11:57:57] <Andrea> but also something that sounded like “I don’t know if you can today”, but it might also have been “I don’t know if we come today”
[11:58:08] <Andrea> because apparently, he or someone else will return here
[11:58:24] <Andreas> he asked whether they’re allowed to enter the apartment when we’re not there, and I said yes

Und dabei hat sich der Abfluss seit vorgestern oder so doch wieder ganz ordentlich benommen. Und nachdem uns am Montag Abhilfe für Montag oder spätestens Dienstag versprochen war, dachten wir, jemand hätte was am Fallrohr repariert, ohne in unsere Wohnung gegangen zu sein. Bin mal gespannt, wie’s jetzt weitergeht…

Update, 12:57:
[12:37:51] <Andrea> the guy is back now
[12:38:05] <Andrea> says that the purple plastic thingy is ok
[12:38:13] <Andrea> which seems to be from just inside the shower drain
[12:38:45] <Andrea> so I don’t think that’s where the problem is. I think the problem is further towards the main drain. but I don’t think he’d understand me if I tried to explain that to him
[12:43:46] <Andreas> give it a shot
[12:43:50] <Andreas> it might work
[12:43:52] <Andreas> who knows
[12:50:40] <Andrea> he’s running water in the bathroom again
[12:50:44] <Andrea> and his English really isn’t good
[12:51:45] <Andreas> ah
[12:53:00] <Andrea> tried that now
[12:53:08] <Andrea> I don’t really know whether he understood me
[12:53:16] <Andrea> but “iiit’s not good”
[12:53:23] <Andrea> “I will take other person”
[12:53:38] <Andrea> so I think someone else might show up, today or some other time
[12:54:08] <Andrea> I tried to ask when that other person would show up, but I think he said that it might be basically whenever that other person has time
[12:54:17] <Andrea> and the caretaker seems to be on holiday for one more week
[12:54:20] <Andreas> great

Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest

Sonntag, 16. Juli 2006

Gestern war ich in Pirates of the Caribbean: Dead Man’s Chest (deutscher Name: Fluch der Karibik 2; Kinostart in Deutschland 27.7.06). “Fluch der Karibik” fand ich ganz gut, auch wenn’s eigentlich nicht so richtig “meine” Sorte Film ist. Teil 2 ist leider ziemlich furchtbar. Also, es sind schon ein paar lustige Szenen drin (Pluspunkte gibt’s für die Voodoo-Szenen — Piraten und Voodoo, das ist ja fast wie bei Monkey Island), aber im Großen und Ganzen fehlt einfach eine richtige Handlung. Insgesamt hat man das Gefühl, der Film besteht aus einer mehr oder weniger zufälligen Aneinanderreihung von Actionszenen, die meisten davon völlig sinnlos und/oder künstlich auseinandergezogen (man erinnere sich an die Autojagd-Szene in Matrix 2…) und/oder “oh nein, nicht auch noch dieses blöde Klischee”. Und dafür hat der Film dann Überlänge (2 1/2h)!

Und dann hört der Film quasi mittendrin auf. Handlung gibt’s dann wohl wieder in Teil 3 (der wohl momentan gedreht wird und nächstes Jahr in die Kinos kommen soll). Wenn sie nicht entschieden haben, dass es noch ein paar mehre Teile geben soll, und sie sich die Handlung für die aufsparen wollen.

Also, mein Tip: Wer “Fluch der Karibik” mochte, sollte sich den Film wohl ansehen. Aber nicht im Kino. Das ist nämlich ganz einfach Geldverschwendung.

Wochenende :)

Sonntag, 16. Juli 2006

Gestern waren Andreas und ich an einem See ca. 50km nördlich von Stockholm. Andreas ist mit einem Arbeitskollegen (und noch ein paar anderen Leuten) tauchen gegangen.

Taucher auf dem Weg ins Wasser

Leider war’s zu kalt zum Schwimmen (die Wassertemperatur war ok, aber an Land war’s recht kalt — und Schatten und Wind helfen da auch nicht gerade). Allerdings habe ich mich trotzdem nicht gelangweilt. Insbesondere, nachdem Andreas die Blaubeersträucher entdeckt hatte :)

Blaubeeren und Walderdbeeren

Die andere Hälfte der Ernte war zum Foto-Zeitpunkt allerdings schon in meinen Frühstückspfannkuchen gelandet ;)

Übrigens heißt Walderdbeere auf Schwedisch “smultron”, also völlig anders als Erdbeere (jordgubb). Allerdings hat da glaub ich eh jemand viel Spaß dabei gehabt, sich die schwedischen Beeren-Wörter auszudenken (anders als im Deutschen, wo die meisten ja einfach Irgendwas-Beere heißen). Man vergleiche jordgubb, hallon, blåbär, vinbär, smultron, hjortron, krusbär, björnbär, lingon mit Erdbeere, Himbeere, Blaubeere, Johannisbeere, Walderdbeere, Moltebeere, Stachelbeere, Brombeere, Preiselbeere. Allerdings heißt Kirsche “kirsbär”. Hm.

Jetzt ist es halb-offiziell: Ich bin Doktorandin

Freitag, 14. Juli 2006

Als ich gerade nach E-Mails geschaut hab, war da eine bei, auf die ich schon eine Weile gewartet hatte. Auszug:

I am pleased to advise that your conditional enrolment for a PhD degree has been approved by the Postgraduate Studies Committee of the University of Waikato.

Juhu :)

Und ja, “conditional”. Trotz 8-seitigem Formular und sonstigem Papierkrieg geht die “richtige” Einschreibung nämlich nur vor Ort. Aber dafür dann wohl sogar ohne Formulare, soweit ich weiß.

Wobei ich zugeben muss, dass ich beim Betreff erst dachte, es wär wieder so ein doofer “your achievements and life experience qualify you for one of our degrees”-Spam…

Kaputtes Deutsch?

Mittwoch, 12. Juli 2006

Hier in Stockholm hängen in der U-Bahn Plakate, die mit dem Slogan “Vom Wrack zur Weltklasse” Werbung machen (übrigens für dieses Museum).

Plakat "Vom Wrack zur Weltklasse"

Irgendwie kommt mir das sprachlich etwas komisch vor. Was meint ihr? Ist das irgendwie falsch — oder bin ich nur mal wieder Opfer meiner Sprachverwirrung geworden?

“Schreiben? Ich weiß nicht, ich kann das einfach nicht.”

Sonntag, 9. Juli 2006

Zur Abwechslung mal wieder nur ein kurz kommentierter Link: Wer glaubt, gutes Schreiben ist etwas, das man entweder “kann” oder nie im Leben hinbekommen wird, lese Quick Glimpse: Evolution of Humor von Amy Hoy (deren Blog ich schon ein paarmal verlinkt hab).

Amy zeigt dort, wie Texte in ihrem persönlichen Stil entstehen — und zwar anhand eines Beispiels. So wird in fünf Schritten aus dem eher langweiligen

I’ve been hand-coded Javascript these past 4 or 5 months, and it’s really influenced the way I think about the language.

der sehr viel spannendere Satz

I’ve been almost exclusively hand-coding my Javascript these past 4 or 5 months, and I’ve come to the conclusion that this experience has permanently altered my neurochemistry in some strange, pseudo-Stockholm Syndrome kind of way.

Amy arbeitet außerdem gerade an einem längeren (also, anscheinend ziemlich langen) Artikel über technisches Schreiben. Ich bin gespannt.

Wir basteln uns ein Visum, Teil Ib

Samstag, 8. Juli 2006

Und heute kam dann noch ein Brief vom Generalbundesanwalt. Inzwischen das dritte polizeiliche Führungszeugnis, davon das zweite mit korrekten Angaben. Also irgendwas läuft da doch falsch…

Wir basteln uns ein Visum, Teil II

Donnerstag, 6. Juli 2006

Nachdem Teil I meines Visumsantrags ja eigentlich insgesamt relativ problemlos gelaufen war, dachte ich schon, Vergleiche mit Passierschein A 38 wären trotz des recht umfangreichen Formulars (Achtung, PDF) doch nicht angebracht. Und dann hab ich mir die Bestimmungen zum Gesundheitszeugnis näher angeschaut. Und dann erstmal tief durchgeatmet.

Da ich wohl länger als 2 Jahre in Neuseeland sein werde, brauche ich ein vollständiges Gesundheitszeugnis inklusive Röntgenaufnahme des Oberkörpers. Nochmal 16 Seiten Formular, mit lustigen Fragen nach der geistigen Gesundheit, dem Alkoholkonsum, dem Gesundheitszustand von Eltern und Geschwistern und ähnlichen Späßen. Auszufüllen selbstverständlich nicht vom Hausarzt, sondern nur von zugelassenen Panel Doctors. Dummerweise bin ich ja aber gerade in Schweden. Ein kurzes Gespräch mit einer unglaublich kompetenten Dame bei der neuseeländischen Botschaft in Berlin (die nur für drei meiner vier Fragen ihre Kollegen bemühen musste) hat dann aber ergeben, dass ich die Untersuchung auch von einem Panel Doctor in Schweden machen lassen darf. Kurz drauf hatte ich einen Arzttermin und einen für die Röntgenaufnahmen. Beide bei Privatkliniken, denn was hab ich da neulich gelesen? “Swedish health care is usually of a very high quality, but can be quite challenging to receive.” Genau. Andererseits ist die Zertifizierung als Panel Doctor vermutlich auch nicht ganz billig (wenn ich mal vom Preis des Gesundheitszeugnisses darauf schließe…).

Bis auf leichte Sprachverwirrungen und stundenlanges Warten liefen beide Termine zum Glück ganz gut. Spaßig aus deutscher Sicht war vor allem eine Frage vorm Röntgen: “Do you wear a halsband?” Nee, ist doch keine Leinenpflicht, oder? Wobei ich natürlich heilfroh war, dass hier in Schweden so gut wie jedeR sehr gut Englisch spricht. Als Schwedin in Deutschland hätte ich mich wohl nicht getraut, alleine zum Arzt zu gehen.

Der Arzt bei der Untersuchung war offensichtlich davon überzeugt, dass ich wohl völlig gesund bin; jedenfalls hatte ich bei den meisten Fragen kaum Zeit, irgendwas zu sagen, so schnell hatte er den Stift über der “no”-Box. Ansonsten hat er mir während der Untersuchung lustige Geschichten aus seinen Aufenthalten in Neuseeland erzählt, das war ganz nett. Ob ich ihm die 127 schwedischen Meilen, die er auf der Südinsel an einem Tag gefahren sein will, glaube, weiß ich aber immer noch nicht so recht (eine schwedische Meile sind 10km)…

Die Ergebnisse der Blutuntersuchung sind noch nicht da, aber alles andere ist schonmal in Ordnung — ist ja auch mal ganz gut zu wissen (nicht, dass ich was anderes erwartet hatte).

Natürlich kriegt man das Gesundheitszeugnis selbst gar nicht wieder (man könnte ja nachträglich was dran rumändern), sondern der Arzt schickt das direkt nach Berlin. Hoffe ich jedenfalls; die Leute in der Praxis machen wohl deutlich öfter Untersuchungen für Australien als für Neuseeland und waren daher etwas verwirrt. Und meistens dürften es ja wohl auch für Schweden sein und nicht irgendwelche dahergelaufenen Ausländer.

Naja, wenn das jetzt doch alles gutgeht mit dem Gesundheitszeugnis, dann ist der Spaß mit dem Visum auch schon fast vorbei. Im Moment fehlt mir noch das Stellenangebot samt Finanzierungszusage aus Neuseeland und eine Bestätigung, dass ich in Neuseeland nicht auf der Straße leben muss. Aber wer weiß, was da noch für Komplikationen anstehen. Letztes Mal wäre ich ja fast daran gescheitert, dass man die Visumsgebühr per Scheck bezahlen muss.