Wir basteln uns ein Visum, Teil I

Donnerstag, 6. Juli 2006, 12:18 Uhr

Um ein Studivisum in Neuseeland zu bekommen, muss man natürlich jede Menge Papiermüll produzieren (der Papiermüll-Output scheint eine wichtige Metrik für die Effizienz und vielleicht auch die Effektivität einer Bürokratie zu sein). Teil I in meinem Fall: ein polizeiliches Führungszeugnis.

Jetzt sollte man ja denken, so ein polizeiliches Führungszeugnis sollte relativ unproblematisch zu besorgen sein. Dachte ich jedenfalls. Die einzige Problemquelle hatte ich in der Bearbeitungszeit vermutet. Also hab ich extra schon Anfang Juni beim Bürgerbüro eins beantragt. Ich frag mich immer noch, warum die dafür zusätzlich zu meinem Personalausweis auch noch den Geburtsnamen meiner Mutter gebraucht haben, aber egal. Ist ja eigentlich vielleicht auch ganz gut, wenn die nicht alle Daten direkt schon über die Personalausweisnummer rauskriegen können.

Zwei Wochen später war das Zeugnis dann jedenfalls da. Komplett mit einem Geburtsnamen, von dem ich noch nie gehört hatte (und nein, ich war nie verheiratet). Na danke. Wie sich herausgestellt hat, hatte die Stadt Bochum wohl eine sehr Bug-freie Software fürs Abrufen der Meldedaten, die nämlich gern mal den Geburtsnamen des zuletzt abgerufenen Eintrags nicht gelöscht hat. Also musste ich nochmal zum Bürgerbüro — allerdings diesmal ohne über Los zu gehen, 13 EUR zu bezahlen oder zwei Wochen aufs Zeugnis zu warten. Anscheinend war den Leuten von der Stadt das so peinlich, dass sie für eine schnellere Bearbeitung beim Generalbundesanwalt (das Wort wollte ich immer schon mal schreiben) gesorgt haben.

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