Vorgestern bin ich so um zwanzig nach fünf in Auckland angekommen. Annika hat mich so gegen halb neun abgeholt (das war deutlich früher als erwartet — schließlich fährt man von Hamilton aus ja andertalb bis zwei Stunden). Nach einem Tee-Stop in Mercer und ausgiebigem Bewundern der endlich fertiggestellten SH1-Erweiterung (wer mich letztes Mal dort besucht hat, wird sich sicherlich an die kilometerlange Baustelle erinnern) haben wir meine Koffer bei Annika abgeladen, und dann hat Annika sich alle Mühe gegeben, mich bis abends wachzuhalten.
Zuerst waren wir einkaufen, da Felix und Liese uns lautstark mitgeteilt hatten, dass neues Katzenfutter hermusste. Danach sind wir zur ehemaligen Jugendherberge gefahren, die jetzt von einer Kirchengemeinde zu einem Jugendzentrum umgebaut wird (oder so ähnlich), und haben uns dort rumführen lassen. Von da aus ging’s zum Mittagessen (klar, bei Scott’s — das Aglio Olio ist immer noch so gut wie vor anderthalb Jahren) und von da aus nach Raglan, Sonnenuntergang gucken und Curly Fries im Tongue&Groove essen. Das übliche Touristenprogramm also ;) Immerhin hab ich’s geschafft, bis ungefähr halb neun wachzubleiben, und gestern früh bin ich auch erst so um acht aufgewacht. Ich hoffe also, dass sich der Jetlag schnell legen wird.
Gestern früh haben wir bei Annikas Lieblingswerkstatt (wenn wir nicht in Neuseeland wären, wäre die Tatsache, dass sie dort ihren Namen kennen, deutlich bemerkenswerter) meinen Autoschlüssel dagelassen, damit sie sich das Auto mal anschauen können und mir sagen, was denn wohl dran gemacht werden muss, um Olli wieder straßentauglich zu kriegen. Oder ob das überhaupt keinen Sinn hat und Olli zum Schrottplatz muss… Da werd ich heute im Laufe des Tages wohl von hören.
An der Uni fing dann der große Bürokraten-Marathon an, der sich heute fortgesetzt hat. Einen Schlüssel für mein Lab (also den Raum, in dem mein Arbeitsplatz ist) zu bekommen, war das geringste Problem. Einen vorläufigen Account habe ich auch (Komplett mit “probable username” — ob da irgendwie Quanten mit reinspielen? Der Benutzername aendert sich, wenn man nicht hinschaut…?), allerdings erstmal an einem Windows-Rechner. Aber richtig eingeschrieben bin ich noch nicht, weil das Wissen über die Übernahme meiner Studiengebühren bisher nur am Fachbereich vorhanden war. Gestern war niemand hier, der/die auch nur im Entferntesten zuständig gewesen wäre. Heute dann immerhin eine Sekretärin, die den entsprechenden Wisch ausgedruckt hat, damit die Urlaubsvertretung vom Fachbereichs-Chef (was hier nicht der Dekan ist, weil der fuer die übergeordnete Verwaltungseinheit, also die School of Computing and Mathematical Sciences, zuständig ist) morgen darauf unterschreiben kann. Damit darf ich dann zu UniLink, einer uni-internen Finanzenkoordinierungsstelle (oder so). Die tragen die Finanzierung irgendwo ein, und dann muss ich zur eigentlichen Finanzabteilung und den Teil der Gebühren bezahlen, die vom Fachbereich nicht übernommen werden (und, wichtig, meine Krankenversicherung). Und dann ist meine Einschreibung endlich durch und ich bekomme einen Studiausweis. Und einen richtigen Rechneraccount und eine Zugangskarte fürs Gebäude. Außer natürlich, der zuständige Mensch von UniLink ist morgen nicht da, oder was auch immer…
Gestern abend waren wir dann noch beim Pub Quiz im Cook. Sehr merkwürdige Veranstaltung, sowas. Viele Fragen hab ich gar nicht erst verstanden: sehr schön war zum Beispiel die Frage danach, nach wem der Sound bei Picton benannt ist. Wer da nur “sound” aufschnappt und versucht, irgendwie den Rest der Frage zusammenzubasteln, hat nicht wirklich eine Chance… Bei der einen Frage, wo ich als einzige die richtige Antwort wusste, hat mir keiner geglaubt — trotzdem hat das Team gestern gegen alle anderen Teams gewonnen. Ingesamt war’s ganz lustig, so dass ich vermutlich noch öfter hingehen werde. Vielleicht beschreibe ich das dann auch mal ausführlicher.
Danach bin ich mit einer Katze auf den Beinen eingeschlafen (ich weiß nicht, welche — wollte mich nicht umdrehen und sie dabei verscheuchen), was sehr nett war. Auch, weil’s wenigstens ein bisschen gewärmt hat :) Heute morgen habe ich meine Schafsfell-Pantoffeln, meine Wärmflaschen und eine Fleecedecke aus den Kartons ausgegraben, die ich bei Annika gelassen hatte. Heute nacht werde ich also wohl nicht frieren, wenn ich die Wärmflaschen und die Fleecedecke noch der bisherigen Nacht-Ausstattung (dicker Schlafanzug, Wollsocken, Schlafsack, Decke, Fleecejacke übers Fußende geworfen) hinzufüge (bevor jemand fragt: tagsüber ist es wärmer).
Hamilton 
Neuseeland 
Raglan 
UoW 