Archiv für März 2007

Wie soll man da nicht verzweifeln?

Dienstag, 27. März 2007

Seit ich vor einer Weile Kathy Sierras Blog gefunden habe, ist sie eine der (sehr wenigen) Menschen, die ich als meine Vorbilder sehe. Ihre Ideen zur Softwareentwicklung bringen mich immer wieder zum Nachdenken und geben mir neue Ideen; ihre Buchreihe (Head First) hat dazu gefuehrt, dass ich keine anderen technischen Buecher mehr lesen kann ohne zu bedauern, dass sie soviel schlechter sind. Ihre Kraft, zu ihren Gedanken zu stehen — obwohl die Gedanken teilweise ziemlich von der Norm abweichen und auch obwohl ihr persoenliches Leben nicht einfach zu sein scheint — machen mir Mut.

Heute hat sie darueber gebloggt, dass sie sich nicht mehr aus dem Haus traut. Sie hat in Kommentaren zu ihrem eigenen Blog und auch auf anderen Webseiten Todesdrohungen und Androhungen von sexueller Gewalt gegen sich lesen muessen. Sie ueberlegt, auch ihr Blog einzustellen.  (Wer selbst lesen moechte: hier ist ihr Blogeintrag. Aber Vorsicht, sie beschreibt die Drohungen ziemlich detailliert.)

Ich weiss einfach nicht, was ich dazu sagen soll. Ich bin schockiert und angeekelt. Und leider kann ich auch nicht den Gedanken abstellen, dass es nur passiert ist, weil sie eine Frau und erfolgreich ist. Wann immer ich etwas gelesen habe, das sie geschrieben hat, war sie sehr freundlich und professionell. Ja, sie vertritt Meinungen, die innovativ und mutig sind. Aber ich habe niemals etwas gesehen, dass auch nur irgendwie ein Grund fuer diese Drohungen sein koennte. Wenn es sie trifft, ist keine von uns sicher.

Schweinekalt

Mittwoch, 14. März 2007

Waehrend ich aus Europa in den letzten Tagen immer mal wieder gehoert habe, dass dort grad der Fruehling ausbricht, ist es hier gerade von Sommer direkt Winter geworden. So fuehlt’s sich jedenfalls an. Es regnet staendig, es ist kalt (vor allem nachts/morgens!) und alle werden krank. Gut, dass Petra heute den Schornsteinfeger angerufen hat; so richtig warm wird’s bei uns im Haus durch den Holzofen im Wohnzimmer wohl auch nicht werden, aber besser als nichts. Heizung, Isolierung, Doppelverglasung und andere neumodische Konzepte sind hier in NZ ja weitgehend unbekannt.

Gero jedenfalls hat heute morgen nur einen Lachanfall als Reaktion bekommen, als er laut ueberlegt hat, ob er sich wohl die falsche Wohnung ausgesucht hat — es sei letzte Nacht ja so kalt gewesen…

Sie haben Post!

Mittwoch, 14. März 2007

Neulich hab ich ein Paket gekriegt. So sah’s aus:

Das Paket

Eigentlich halt wie ein normales Paket. Wenn da nicht der komische Aufkleber waer:

Der Aufkleber

“MAF” sind die Leute vom Ministry for Agriculture and Forestry, also Land- und Forstwirtschaft. Die passen darauf auf, dass Neuseeland nicht von boesen Dingen ueberrannt wird. Dafuer gibt’s dann auch jede Menge Vorschriften, was man per Post herschicken darf und was nicht. Und in dem Chai (Tiger Spice, meine Lieblingssorte) ist Honig drin, deswegen wurde der konfisziert.

Der Brief

Wie aus dem Brief (und den 7 (!) Seiten Infoblatt zur Einfuhr von Honig und Honigprodukten; auf mich passende Passage mit Textmarker angemalt) hervorgeht, ist das jetzt alles ganz furchtbar aufwendig. Ich hoffe noch, dass ich einen Wisch vom Hersteller bekommen kann, dass weniger als 2% Honig drin sind; dann kann ich mir den Chai naemlich zuschicken lassen (so denn die Porto- und Verpackungskosten nicht allzu hoch sind).

Gemein, sowas. Vor allem, wo ich schon jede Menge Post mit diesem gruenen Aufkleber gekriegt hab, wo nur “sweets” draufstand. Weiss nicht, warum sie genau dieses Paket aufgemacht haben.

Immerhin waren im Paket noch andere nette Dinge (danke!), die sie dringelassen haben.