Archiv für Kategorie 'Basteln'

Bluetooth-Headset für Skype mit (x)ubuntu Gutsy

Sonntag, 18. November 2007

Zusammen mit dem neuen Laptop kam dann die Hoffnung, dass jetzt endlich mein Bluetooth-Headset (ein Plantronics M3000) funktionieren könnte. Und tatsächlich: vorhin hab ich meinen ersten Skype Test Call mit dem Headset geführt. Es hat zwar ein paar Stunden Basteln gebraucht, aber letztendlich war das im Prinzip meine eigene Schuld (RTFM halt — allerdings ist das FM in diesem Fall doch ein bisschen knapp geraten und gleichzeitig verwirrend).

Der Bluetooth-Support wurd glaube ich gleich bei der Installation mit eingerichtet; falls nicht, sollte es reichen, das Paket bluez-utils zu installieren.

Alles, was ich unter xubuntu gutsy tun musste, war:

  1. Den Laptop dazu überlisten, sich mit dem Headset zu pairen
  2. Eine Datei namens .asoundrc in meinem Home-Verzeichnis anlegen mit dem Inhalt

    pcm.bluetooth {
    type bluetooth
    device 00:11:22:33:44:55
    }

    Statt 00:11:22:33:44:55 muss man hier natürlich die Bluetooth-Adresse des Headsets nehmen — stand vermutlich auf der Verpackung, lässt sich aber auch mit hcitool scan rausfinden, wenn das Headset im Discoverable-Modus ist.

  3. In den Skype-Einstellungen fürs Audio-Device bei eingehenden und ausgehenden Verbindungen das Bluetooth-Device auswählen.

Der schwierigste Schritt war der erste. Beim Pairen muss man auf dem Laptop die PIN des Headsets eingeben (üblicherweise 0000 — steht im Headset-Handbuch). Diese PIN wird auf dem Laptop (unter /var/lib/bluetooth/<Bluetooth-Adresse des Laptops>/linkkeys) gespeichert, so dass dieser Schritt nur ein einziges Mal pro Bluetooth-Gerät anfällt. Im Gegensatz zu Ubuntu selbst bringt xubuntu allerdings kein Programm mit, das im richtigen moment ein nettes Fensterchen aufmacht und einen nach dieser PIN fragt. Überlisten kann man das so: man legt eine Datei an, z.B. /usr/local/bin/bluetooth-pin (mit sudo). Diese Datei sollte so aussehen:

#!/bin/bash
echo “PIN:0000″

Achtung bei Copy&Paste: WordPress macht aus den doppelten Anführungszeichen typographische, also müsst ihr das ggf. ändern. Falls das Headset eine andere PIN hat als 0000, muss das natürlich entsprechend angepasst werden. Diese Datei muss noch mit

$ sudo chmod +x /usr/local/bin/bluetooth-pin

ausführbar gemacht werden. Dann ruft man mit eingeschaltetem Headset diese Befehle auf (Achtung bei Copy&Paste, das ist ein doppeltes Minus vor default):

$ passkey-agent –default /usr/local/bin/bluetooth-pin &
$ sudo hcitool cc 00:11:22:33:44:55

Auf der Kommandozeile wird dann sowas ausgegeben wie

Passkey request for device 00:11:22:33:44:55
Found passkey: “0000″

Das war’s?

Naja, ganz so einfach war’s nicht. Irgendwie hat es dann bei meinem Laptop immer noch nicht funktioniert, wenn ich mich richtig erinnere. Ich glaube, die Lösung war, noch diese Zeile in /etc/modprobe.d/bluez einzutragen:

options hci_usb force_scofix=1

Danach muss man entweder den Rechner neu starten oder den Bluetooth-Dienst anhalten, Bluetooth abschalten, die geladenen Bluetooth-Module entfernen, den Bluetooth-Dienst wieder starten und Bluetooth wieder anschalten.

Danach kommen Schritte 2 und 3 oben — fertig!

Laut etlicher Mails der bluez-Entwickler auf der Mailingliste macht Skype ziemlich böse Dinge mit Alsa, d.h. es ist im Prinzip Glückssache, ob’s mit Skype funktioniert. Zum Ausprobieren, ob’s generell geht:

$ arecord -D bluetooth -f S16_LE | aplay -D bluetooth -f S16_LE

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Festplattenverschlüsselung unter Ubuntu Gutsy

Sonntag, 18. November 2007

Wie ich vor ein paar Wochen leider ausprobieren durfte, ist es gar kein gutes Gefühl, wenn der Laptop geklaut wird. Vor allem dann nicht, wenn man doch ein wenig faul war und etliche Passwörter gespeichert hat. Zwar keine wirklich wichtigen (Onlinebanking o.ä.), aber trotzdem…

Immerhin hat die Versicherung genug Geld rausgerückt, so dass ich mir einen gebrauchten Laptop als Ersatz kaufen konnte. Es ist ein IBM ThinkPad X30. Dieses Modell hat kein optisches Laufwerk, und mein Firewire-DVD-Laufwerk haben die Einbrecher natürlich auch mitgenommen. Mit einem ganz normalen CD-Laufwerk in einem externen USB-Gehäuse lässt sich allerdings die aktuelle Version von Ubuntu, Gutsy Gibbon, ganz prima installieren.

Leider erst nach der Installation (von xubuntu in meinem Fall, aber das macht keinen Unterschied) hab ich dann herausgefunden, dass Gutsy von Haus aus die Möglichkeit mitbringt, die Festplatte komplett zu verschlüsseln. Allerdings nur, wenn man die alternate-CD (die mit dem textbasierten Installer) benutzt und die Verschlüsselung gleich bei der Installation einrichtet. Also die andere CD auch noch runtergeladen (und hier am Ende der Welt dauert das ganz schön lange!), und tatsächlich: bei der Installation wurd ich 2x nach dem gewünschten Passwort gefragt. Bei jedem Booten muss ich jetzt das Passwort eingeben, und das ist auch alles, was ich von der Verschlüsselung mitkriege. Um ehrlich zu sein, ist das fast schon ein bisschen unheimlich: irgendwann werd ich noch mal von der Live-CD booten und nachschauen, ob die Platte wirklich verschlüsselt ist…

Java-Handy-Anwendungen installieren unter Linux

Sonntag, 6. August 2006

Nachdem ich’s heute schon als Lazyweb-Antwort geschrieben hab, hier nochmal in meinem eigenen Blog — auf dass ich weiß, wo ich’s nachschauen kann, wenn ich grad mal keinen Zugriff auf meinen Rechner hab…

Um unter Linux eine Java-Anwendung auf einem Nokia-Handy zu installieren, kann man Gammu benutzen. Dazu lädt man anwendung.jar und anwendung.jad herunter und ruft in dem Verzeichnis mit den beiden Dateien folgendes auf:

gammu –nokiaaddfile Application anwendung

(Achtung, WordPress pfuscht mir mal wieder ins Handwerk — das sind zwei Bindestriche vor dem “nokiaaddfile”.)
So man denn gammu fürs eigene Handy konfiguriert hat, schiebt es damit die Anwendung aufs Handy — fertig.

Auf meinem Ubuntu-Laptop mit integriertem Bluetooth-Modul wurde die Bluetooth-Unterstützung bei der Installation direkt mitinstalliert; ein sudo apt-get install gammu installiert gammu. Man muss dann noch gammu konfigurieren; im Fall meines Nokia 6310i reicht folgendes in ~/.gammurc:

[gammu]
port = (Bluetooth-ID)
model = 6310i
connection = bluephonet
gammucoding = utf8

Es war ein bisschen tricky, die richtigen Einstellungen rauszufinden, aber Google ist da sehr hilfreich. Prinzipiell kommt gammu anscheinend auch mit Verbindungen über Infrarot oder Datenkabel klar.

Um die Bluetooth-ID des Telefons rauszufinden, muss man im Handy Bluetooth aktivieren und die Sichtbarkeit auf “für alle sichtbar” stellen. Dann wirft hcitool scan die Adresse im Format 00:00:00:00:00:00 raus — falls mehr als eine Adresse angegeben wird, muss man halt über den ebenfalls angezeigten Gerätenamen das gewünschte Handy identifizieren.

Wenn man gammu wie oben beschrieben aufruft, fragt das Handy, ob der Rechner sich verbinden darf. Außerdem fragt das Handy nach einer PIN. Hier kann man irgendwas Beliebiges eingeben, üblicherweise eine vierstellige Ziffernkombination (soweit ich weiß, sind aber auch andere Längen und Buchstaben möglich). Danach wird man auf dem Rechner ebenfalls nach einer PIN gefragt; hier muss man dieselbe angeben wie auf dem Handy.

Wer mehr wissen will: Bluetooth unter Ubuntu.

Mein erster echter Usability-Test

Freitag, 4. August 2006

Heute habe ich meinen ersten echten Usability-Test erlebt: das Programm, an dem ich die letzten 2 Monate programmiert habe, wurde auf eine “echte” Benutzerin losgelassen. Oder war’s andersrum…? Naja, egal. Jedenfalls sind wir heute morgen zu zweit zur Testperson hingefahren, mit dem Programm-Installer und den Dateien, die sonst noch so gebraucht werden, auf einem USB-Stick.

Und dann ging’s los: “Stell dir vor, du hast gerade eine E-Mail mit diesen Dateien bekommen. In der E-Mail stand auch, was du mit den Dateien machen sollst. Bitte tu das jetzt; wir werden dir über die Schulter schauen und uns Notizen machen. Wenn’s geht, denk bitte laut — also sag uns, was du jeweils gerade denkst.” Das lief alles auch soweit ganz gut, bis auf ein paar Anlaufschwierigkeiten. Merke: eine Testperson, die anscheinend nach mehreren Jahren Linux vor zwei Tagen ein MacBook gekauft hat und dementsprechend auch erst zwei Tage Erfahrung mit Mac OS X hat, hat mit dem Installieren von Dateien durchaus schonmal so ihre Probleme… Und: wenn man schon am Abend vorher noch bis 23h die Daten für den Test vorbereitet, sollte man testen, ob das Programm die Daten dann auch öffnen mag.

Den Testablauf selbst fand ich sehr viel weniger stressig als erwartet. In den Büchern über Usability Testing, die ich so gelesen hab, wurde eins immer mal wieder erwähnt: Programmierer, die überhaupt nicht damit klarkommen, wenn sie sehen, dass die Testpersonen das Programm nicht verstehen. Ich fand es zwar schwierig, nicht auf die laut ausgesprochenen Gedanken der Testperson zu reagieren (”Denk dran: wir testen das Programm, nicht dich. Außerdem wollen wir wissen, wie unvoreingenommene Benutzer auf das Programm reagieren. Wir werden also erstmal nicht eingreifen und dir auch keine Tips geben.”), aber auf meinen Händen sitzen oder sogar den Raum verlassen musste ich definitiv nicht ;)

Im Vergleich zu so manchen professionellen Tests war unserer sehr locker — die Testperson war eine Freiwillige aus dem Bekanntenkreis der EntwicklerInnen; wir hatten keine Kamera, Einwegspiegel, festen Testskripts und was es nicht noch alles gibt. Trotzdem hat er uns sehr geholfen: Wir hatten schon eine Vermutung, welcher Teil des Programms wohl schwierig zu verstehen sein würde. Nun heißt die Tatsache, dass unsere Testperson mit diesem Teil überhaupt keine Probleme hatte, natürlich nicht viel (die Testperson war nicht 100%ig repräsentativ für die Zielgruppe des Programms). Allerdings hatte sie unglaubliche Schwierigkeiten mit einem anderen Teil, den wir für völlig selbsterklärend gehalten hatten. Glücklicherweise ist noch genug Zeit, dieses Problem zu beheben — und es ist sogar nichtmal besonders schwierig. Wir wären ohne diesen Test nur niemals auf die Idee gekommen…

Fazit: Usability-Tests helfen, und man muss nicht gleich schwere Geschütze auffahren, um die größten Usability-Probleme zu beheben. Ich hatte das ja so immer mal wieder in Büchern zum Thema gelesen, aber es selbst zu erleben, war definitiv überzeugend.

Oh, und Literaturtips zum Thema Usability und Usability-Tests hab ich vor ein paar Monaten schonmal gebloggt.

WordPress 2.0.4

Montag, 31. Juli 2006

Seit 2 Tagen gibt’s WordPress 2.0.4 — ein Sicherheitsupdate, sprich: wer eine WordPress-Installation administriert, sollte es möglichst bald installieren. Mein Blog habe ich gerade aktualisiert und es scheint auch alles gutgegangen zu sein; wenn euch Probleme auffallen, meldet euch.

Da fliegt er, der Erpel: Ubuntu Dapper Drake

Montag, 5. Juni 2006

Wie von den Entwicklern geplant, ist am 1. Juni eine neue Version von Ubuntu Linux erschienen — Version 6.06, Codename “Dapper Drake” (was, wie ich zu meiner großen Enttäuschung feststellen musste, nichts mit Drachen oder wenigstens Echsen, sondern nur was mit männlichen Enten zu tun hat) erschienen.

Gestern abend hab ich auf meinem Laptop mal das Update angeworfen. Da ich definitiv mehr Programme installiert hab, als bei einer Standardinstallation so dabei sind, hieß das zuerst einmal: über 1GB runterladen. Zum Glück hatte ich eh schon Pläne für den Nachmittag und konnte also den Rechner einfach mal machen lassen. Abends hab ich dann das eigentliche Update gestartet. Dem graphischen Updater hab ich nicht so recht getraut, also hab ich apt-get benutzt (sudo apt-get update, dann sudo apt-get dist-upgrade). Das lief allerdings so lange, dass ich irgendwann nach Mitternacht den Installationsprozess unterbrochen und den Rechner schlafen geschickt hab.

Heute morgen musste ich erstmal die Netzwerkschnittstellen manuell aktivieren (automatisch aktiviert wurden sie nicht; sudo ifup eth0 tat auch nicht); anscheinend hat sich an den Netzwerk-Konfigurationsdateien was geändert. Ein sudo dhclient eth0 und sudo ifconfig lo up später war das aber kein Problem mehr, und inzwischen gehen auch die anderen Kommandos wieder. Merke: ohne funktionierende Loopback-Schnittstelle mag cups sich nicht starten lassen; hat ein paar Minuten gedauert, bis ich das rausgefunden hatte… Dummerweise hatte ich das Update nämlich an einer Stelle unterbrochen, an der die graphische Oberfläche nicht funktionieren mochte. Zum Glück ist Google relativ freundlich zu Textbrowsern.

Insgesamt lief das Update schmerzloser als befürchtet; ich hatte mehrere inoffizielle Installationsquellen in meiner /etc/apt/sources.list stehen und im Zusammenhang damit ein paar Probleme erwartet. Eine gute Mischung aus sudo apt-get dist-upgrade und sudo apt-get -f install (ersteres sagt einem, dass man letzteres laufen lassen soll, wenn es selbst nicht mehr weiterweiß) hat aber funktioniert, nur OpenOffice.org und ein paar Sprachpakete musste ich danach zu Fuß (wieder) installieren (OpenOffice.org war aber auch genau eins der Pakete, die ich aus inoffizieller Quelle hatte).

Und mein Eindruck vom neuen Ubuntu? Die meisten Änderungen scheinen eher in den Details zu stecken; viele Programme sind in etwas neueren Versionen dabei (Gnome 2.14 statt 2.12, Firefox 1.5.0.3 statt irgendeiner 1.0.7er-Version, …) und sind daher hoffentlich einige der kleinen nervigen Problemchen losgeworden. Gnome hat ein neues Theme, das mich mit seinen Pseudo-3D-Effekten noch nicht so ganz überzeugen konnte. Noch hat es Schonfrist; wenn’s mich genug nervt, installiere ich halt wieder das alte Theme. Die Release Notes erwähnen bessere Unterstützung für Laptops, die gerne mal ihr WLAN wechseln — ausprobieren konnte ich das noch nicht, kann ich also nichts zu sagen. Bisher konnte ich z.B. einen AirPort Express nur mit abgeschalteter Verschlüsselung nutzen; wär schön, wenn das jetzt auch mit Verschlüsselung funktionieren würde.

Ansonsten ist so ein Update ja auch immer eine gute Gelegenheit, mal die installierten Programme durchzugehen und die, die man eh nicht braucht, runterzuwerfen. Genauso bietet es sich an, mal die Menüs nach neu installierten Programmen zu durchforsten. Ich habe dabei ein neues Panel Applet entdeckt: Deskbar (das vermutlich schon länger auf meinem Rechner rumlungert, aber entdeckt hab ich es halt jetzt erst).

Screenshot von der Deskbar

Mit der Deskbar kann man Programme starten, E-Mails schreiben, Websuchen durchführen und noch jede Menge mehr verwandte Aufgaben erledigen, indem man einen Suchbegriff eintippt und die entsprechende Aktion aus dem Menü auswählt, das dann aufklappt (siehe Screenshot). Wen’s interessiert: einfach mal installieren und damit rumspielen — wer das nicht kann oder möchte, für den gibt’s eine längere Feature-Liste und ein Bildschirmvideo (allerdings beide auf Englisch).

Joshua Marinacci, Chris Adamson: Swing Hacks

Sonntag, 14. Mai 2006

Swing Hacks. Tips & Tools for Building Killer GUIsSwing Hacks stand schon eine ganze Weile auf meiner “sieht interessant aus”-Liste. Neulich hab ich es mir dann tatsächlich mal gekauft.

Beschrieben wird es, passend zum Rest der “Hacks”-Serie von O’Reilly, so:

Swing Hacks helps Java developers move beyond the basics of Swing, the graphical user interface (GUI) standard since Java 2. (…) This latest title from O’Reilly is a reference to the cool stuff in Swing. It’s about the interesting things you learn over the years–creative, original, even weird hacks–the things that make you say, “I didn’t know you could even do that with Swing!”

Leider bin ich von dem Buch eher enttäuscht, und zwar aus mehreren Gründen:

  • Es gibt zu viele Hacks, die angeblich in Java 5 “direkt” (also ohne Verbiegen und Rumtricksen) möglich sind. Nun ist das Buch zwar von Juni 2005, aber auch da gab es Java 5 schon. Sicher, viele EntwicklerInnen müssen vermutlich noch Code für Java 1.4 schreiben (weil man dem Kunden ein Update nicht zumuten kann/möchte oder warum auch immer), aber wenigstens ein “und zwar geht das unter Java 5 folgendermaßen” wär schon nett gewesen.
  • Die Beschreibungen der meisten Hacks sind anscheinend an Leute gerichtet, die sich nicht wirklich mit Swing auskennen. Das erweitert zwar naturgemäß die Zielgruppe — aber andererseits fand ich es dadurch sehr anstrengend zu lesen, weil ich immer die “und in der For-Schleife gehen wir dann durch alle Komponenten und machen sie durchsichtig”-Beschreibungen trennen musste von der eigentlichen Idee. Wer sich halbwegs mit Swing auskennt, wird vermutlich mit dem Beispiel-Code alleine schon recht weit kommen.
  • Und damit komme ich zum nächsten Punkt: Wenn man nur den Beispiel-Code runterlädt und das Buch nicht kauft, investiert man das dadurch gesparte Geld am Besten direkt in ein gutes GUI-Design/Usability-Buch (z.B. User Interface Design for Programmers — siehe auch hier). Bei etlichen von den Hacks ist es zwar tatsächlich so, dass ich gedacht hab “oh, hätte nicht gedacht, dass das mit Swing geht” — andererseits wär ich auch im Leben nicht auf die Idee gekommen, dunkelblaue Tooltips mit abgerundeten Ecken und gelbem Rand in mein Programm einzubauen. Da seh ich nun wirklich den Mehrwert nicht, und die Beispielprogramme sehen dementsprechend auch eher schrecklich aus.
  • Und, last but not least: die Code-Qualität hält sich teilweise auch eher in Grenzen. Besonders ärgerlich finde ich Absätze wie “so würde man das in echten Programmen natürlich nie machen, aber wir zeigen das jetzt hier mal so”. Klar, und alle, die den Beispielcode übernehmen, reparieren das dann. Na sicher.

Trotz allem habe ich ein paar der Hacks direkt in meinem letzten Projekt eingesetzt, und ein bisschen dazugelernt hab ich auch.

Fazit: Zumindest die Liste der Hacks und der Beispiel-Code sind als Anregungen nützlich. Meiner Meinung nach lohnt es sich aber leider nicht, dafür das Buch zu kaufen.

Ein paar hilfreiche Java-Bibliotheken

Donnerstag, 11. Mai 2006

Einer der Gründe, warum ich in den letzten Tagen nicht gebloggt hab, wurde vorgestern auf dem Laptop der Kundin installiert: eine Fahrtenbuch-Software in Java.

Meine Mutter muss aus Steuergründen ein Fahrtenbuch führen und hatte mich ursprünglich deshalb um Excel-Hilfe gebeten. Ein bisschen googeln meinerseits hat dann allerdings dazu geführt, dass ich ihr selbst was programmiert hab: anscheinend gibt es mit Excel-Fahrtenbüchern durchaus mal Probleme mit dem Finanzamt.

Da man ja in papierbasierten Fahrtenbüchern nichts nachträglich ändern kann (und auch nicht am Ende des Jahres sich einfach irgendwas zurechtfantasieren), darf man auch in elektronisch geführten Varianten nicht nachträglich an den Einträgen rumpfuschen können. Was meine Mutter gar nicht glücklich gemacht hat — “und was ist mit Tippfehlern?” war die erste Frage…

Naja, letztendlich ist mir dann ein hoffentlich brauchbarer Zwischenweg eingefallen: Ein neu angelegter Eintrag kann so lange verändert werden, bis er gesperrt wird. Und das Sperrungsdatum steht dann auch im exportierten PDF. Wenn nun der/die BenutzerIn halbwegs direkt nach dem Eintragen sperrt, sollte das meiner Meinung nach den Anforderungen von Finanzamt-Seite genügen (Naja — halt dem, was ich so gerüchteweise im Netz gefunden hab. Im Finanzamt anrufen war mir dann doch zu nervig, und offiziell erfährt man darüber ja nichts).

Jedenfalls sind mir beim Programmieren ein paar Java-Bibliotheken über den WegBildschirm gelaufen (etliche davon übrigens auf dieser nützlichen Seite), die vielleicht der eine oder die andere meiner LeserInnen ganz gut gebrauchen können:

  • hsqldb, die Datenbank, die auch bei OpenOffice.org dabei ist. Gibt es sowohl als “klassische” standalone-Server-Variante oder dateibasiert (im zweiten Fall kann nur aus einer JVM gleichzeitig darauf zugegriffen werden — aber bei einer Desktop-Anwendung ist das ja keine Einschränkung).
  • iText, eine Bibliothek zum Erzeugen von PDF aus Java-Code heraus. Für alle, die keine Lust auf das Wirrwarr der Java Printing APIs haben und stattdessen lieber PDF-Export anbieten wollen. Aber Achtung: lieber erstmal mit dem Kunden klären, ob das so ok ist…
  • NachoCalendar, ein Kalender-Widget. Oder: so langsam wird’s meiner Meinung nach Zeit, dass Sun mal ein ordentliches GUI-Element zur Auswahl eines Datums in Swing integriert… Andererseits sind die Standard-Datumsklassen ja auch ziemlich furchtbar. Hier kann Joda helfen.
  • IzPack generiert aus einer XML-Datei mit Projektinformationen einen dieser Installations-Wizards à la Install Shield, die wir alle aus der Windows-Welt kennen und lieben… äh. Also, die wir alle aus der Windows-Welt kennen. Sehr nützlich, so lange Suns Classloader nicht mit verschachtelten jar-Dateien umgehen kann.

Die aufgelisteten Projekte sind übrigens alle frei und open source. Wer Interesse an dem Fahrtenbuch-Programm hat, melde sich bei mir (z.B. in den Kommentaren).

Firefox: Neues Tab statt neuem Fenster öffnen lassen

Mittwoch, 26. April 2006

Was ist das Problem?

Viele Webseiten öffnen Links in einem neuen Fenster. Meist sind das externe Links, und das neue Fenster soll wohl dazu dienen, dass man irgendwann wieder zur verlinkenden Seite zurückfindet. Allerdings führt das dazu, dass man im Zweifelsfall am Ende x Browserfenster vor sich hat und nichts mehr wiederfindet.

Genervt hat mich das schon ewig, aber eben habe ich endlich nach einer Lösung gesucht (und sie auch gefunden…).

Die Lösung

Zumindest im Firefox 1.0.8 (die Versionsnummer steht z.B. hier: Hilfe → Über Mozilla Firefox) geht’s so:

  1. In der URL-Zeile about:config eingeben (ohne http: oder Leerzeichen oder sonstwas).
  2. In der Filter-Zeile browser.tabs.showSingleWindowModePrefs eingeben.
  3. Auf der dann markiert erscheinenden Zeile, die mit browser.tabs.showSingleWindowModePrefs anfängt, doppelklicken (oder Rechtsklick → Umschalten).
  4. Jetzt gibt’s in Bearbeiten → Einstellungen → Erweitert unter Tabbed Browsing eine neue Einstellung: “Links, die das Öffnen eines neuen Fensters erzwingen, öffnen in”. Diese umstellen auf “in einem neuen Tab” — fertig :)

Bessere Kommentar-Darstellung (?)

Sonntag, 9. April 2006

Eben habe ich mal wieder an meinem Blog gebastelt: Diesmal habe ich das Kommentar-Layout in meinem Blog geändert. Und zwar habe ich die Reihenfolge so umgebaut, dass jetzt zuerst der Kommentar-Text kommt und danach erst Informationen wie AutorIn und Datum — sowohl im Kommentar-Formular als auch in der Anzeige der Kommentare.

Die Idee kam von diesem Blogeintrag (und den dazugehörigen Kommentaren): Anscheinend sind Menschen eher bereit dazu, demographische Daten in Umfragen anzugeben, nachdem sie ihre Meinung zu Dingen ausdrücken konnten — darum fragen Leute, die Telefonumfragen durchführen, immer erst am Ende nach persönlichen Angaben. Nicht dass ich das aus eigener Erfahrung wüsste — ich leg bei sowas ja immer sofort auf…

Mir gefällt allerdings eine andere Erklärung besser: Wenn ich jemandem einen Zettel schreibe à la “Habe Kapitel 4 korrekturgelesen. Lass uns bei Gelegenheit mal darüber reden.” — dann schreibe ich auch erst den Text und dadrunter erst meinen Namen und vielleicht auch noch das Datum. Und ich finde, Blog-Kommentare sind hinreichend ähnlich, dass das da auch sinnvoll ist.

Noch etwas, das mir zu diesem Thema einfällt: Eigentlich sollte doch wohl der wichtigste Teil eines Kommentars zuerst kommen. Mich nerven Blogs ganz furchtbar, in denen die vorherrschende Kultur anscheinend eine von “juhu, ich bin noch unter den ersten 10 Kommentatoren — hab zwar nix zu sagen, aber egal” ist. Genauso schlimm finde ich Kommentare, die ganz offensichtlich nur deswegen geschrieben wurden, damit der Kommentar-Autor einen Link zu seiner eigenen Seite unterbringen konnte. Vielleicht hilft die Text-vor-Autor-Anordnung ja zumindest ein bisschen, klarzustellen, dass das was wichtiger ist als das wer.