Archiv für Kategorie 'Wörter'

30 seconds audio buffer

Freitag, 5. Oktober 2007

“Du hörst mir gar nicht zu!”

“Doch! Du hast grade gesagt: …”

Vor allem Männer können sowas gut. Meine Theorie ist ja schon seit ner Weile, dass es einfach einen Audiobuffer gibt, in dem die letzten n Sekunden gespeichert sind von dem, was man so hört. Und wenn das durch “du hörst ja gar nicht zu” getriggert wird, spult die Person einfach den Inhalt des Audiobuffers ab. Was nicht heißt, dass die Person wirklich zugehört hätte, also verstanden hätte, was man gesagt hat…

Und heut les ich dann beim background reading für meinen PhD was über den phonological loop als Komponente einer Gedächtnistheorie. Ich hab’s doch gewusst :)

My 5 minutes of fame

Samstag, 17. Februar 2007

Der Fachbereich hier hat eine mehr oder weniger regelmäßig erscheinende Kolumne im lokalen Käseblatt in der Waikato Times. Irgendwann im Oktober oder November im letzten Jahr habe ich dafür einen Artikel über die Grace Hopper Celebration 2006 geschrieben.

Nach dem üblichen huch-wer-ist-denn-nu-zuständig-Chaos ist der Artikel letzten Mittwoch dann tatsächlich doch noch erschienen (ich hatte schon fast aufgegeben). Bisher haben mich 3 Leute auf den Artikel angesprochen — darunter sogar einer, den ich vorher noch nie gesehen hatte. Schon cool, in einen Kurs reinzukommen, sich mit “I’m Andrea, from Computer Science” vorzustellen und darauf ein “ach ja, du warst ja gestern in der Zeitung” zu hören :)

Wochenende :)

Sonntag, 16. Juli 2006

Gestern waren Andreas und ich an einem See ca. 50km nördlich von Stockholm. Andreas ist mit einem Arbeitskollegen (und noch ein paar anderen Leuten) tauchen gegangen.

Taucher auf dem Weg ins Wasser

Leider war’s zu kalt zum Schwimmen (die Wassertemperatur war ok, aber an Land war’s recht kalt — und Schatten und Wind helfen da auch nicht gerade). Allerdings habe ich mich trotzdem nicht gelangweilt. Insbesondere, nachdem Andreas die Blaubeersträucher entdeckt hatte :)

Blaubeeren und Walderdbeeren

Die andere Hälfte der Ernte war zum Foto-Zeitpunkt allerdings schon in meinen Frühstückspfannkuchen gelandet ;)

Übrigens heißt Walderdbeere auf Schwedisch “smultron”, also völlig anders als Erdbeere (jordgubb). Allerdings hat da glaub ich eh jemand viel Spaß dabei gehabt, sich die schwedischen Beeren-Wörter auszudenken (anders als im Deutschen, wo die meisten ja einfach Irgendwas-Beere heißen). Man vergleiche jordgubb, hallon, blåbär, vinbär, smultron, hjortron, krusbär, björnbär, lingon mit Erdbeere, Himbeere, Blaubeere, Johannisbeere, Walderdbeere, Moltebeere, Stachelbeere, Brombeere, Preiselbeere. Allerdings heißt Kirsche “kirsbär”. Hm.

Kaputtes Deutsch?

Mittwoch, 12. Juli 2006

Hier in Stockholm hängen in der U-Bahn Plakate, die mit dem Slogan “Vom Wrack zur Weltklasse” Werbung machen (übrigens für dieses Museum).

Plakat "Vom Wrack zur Weltklasse"

Irgendwie kommt mir das sprachlich etwas komisch vor. Was meint ihr? Ist das irgendwie falsch — oder bin ich nur mal wieder Opfer meiner Sprachverwirrung geworden?

“Schreiben? Ich weiß nicht, ich kann das einfach nicht.”

Sonntag, 9. Juli 2006

Zur Abwechslung mal wieder nur ein kurz kommentierter Link: Wer glaubt, gutes Schreiben ist etwas, das man entweder “kann” oder nie im Leben hinbekommen wird, lese Quick Glimpse: Evolution of Humor von Amy Hoy (deren Blog ich schon ein paarmal verlinkt hab).

Amy zeigt dort, wie Texte in ihrem persönlichen Stil entstehen — und zwar anhand eines Beispiels. So wird in fünf Schritten aus dem eher langweiligen

I’ve been hand-coded Javascript these past 4 or 5 months, and it’s really influenced the way I think about the language.

der sehr viel spannendere Satz

I’ve been almost exclusively hand-coding my Javascript these past 4 or 5 months, and I’ve come to the conclusion that this experience has permanently altered my neurochemistry in some strange, pseudo-Stockholm Syndrome kind of way.

Amy arbeitet außerdem gerade an einem längeren (also, anscheinend ziemlich langen) Artikel über technisches Schreiben. Ich bin gespannt.

Schüttelreime aus Janoschs Traumstunde?

Donnerstag, 11. Mai 2006

Neulich beim Mittagessen hat mein Vater die Schüttelreime aus Janoschs Traumstunde erwähnt. So richtig oft haben mein Bruder und ich die Serie glaub ich gar nicht geschaut, aber die Schüttelreime, die (glaub ich) am Ende jeder Folge kamen, sind irgendwie hängengeblieben. Uns sind zusammen vier davon eingefallen (plus “in Ulm und um Ulm und um Ulm herum”, was zwar auch in der Sendung vorkam, aber gar kein Schüttelreim ist) — mein Vater meint aber, es wären zehn oder zwölf gewesen.

Hier sind die, an die wir uns erinnern:

  • Es klapperten die Klapperschlangen
    bis ihre Klappern schlapper klangen.
  • Es sprach der Herr von Rubenstein:
    “Mein Hund, der ist nicht stubenrein.”
  • Ins Teppichhaus die Käufer laufen,
    sie alle wollen Läufer kaufen.
  • Er fuhr auf einem Leiterwagen,
    auf dem Leitern und so weiter lagen.

Also: erinnert sich jemand von euch an weitere?

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Zylindrex beziehungsweise Struktupel - Fachliteratur macht Spaß

Donnerstag, 20. April 2006

Der Literaturhinweis für einen Teil meiner Prüfung bestand, durchaus passend zu meinen Vorurteilen, aus “Lesen Sie mal dieses Buch”. Zur Abwechslung also mal deutsche Fachliteratur, und dann ja auch noch in Psychologie. Nicht gerade das, was ich so gewohnt bin.

Und es erfüllt auch noch ein paar weitere meiner Vorurteile. Zuerst einmal werden lustig Wörter erfunden. Ich hab noch nicht so ganz verstanden, was der Unterschied zwischen einem Zylinder und einem Zylindrex sein soll, zum Beispiel. Außer, dass ein Zylindrex wohl aus mehreren Radex-Scheiben besteht. Und eine Radex-Scheibe ist eine Scheibe. Oder so. Und Struktupel sind Teilstrukturen von irgendwas, wenn ich das richtig verstanden hab. Weiß nicht so recht, wo das “-tupel” herkommt — ich dachte ja immer, davor stünde entweder gar nix oder die Stelligkeit des Tupels…

Aber eins nervt mich gewaltig, und das ist der inflationäre Gebrauch von “beziehungsweise” (und dieses Phänomen ist nicht auf das eine Buch beschränkt). Laut Wiktionary gibt es zwei Verwendungsarten für “beziehungsweise”:

[1] genauer gesagt
[2] und im anderen Fall

Meiner Meinung nach ist Fall (1) ganz einfach schlechtes Deutsch und dient nur dazu, den Satz aufzublasen. Wenn man in geschriebenem Deutsch ein “genauer gesagt” verwendet, dann sollte man in 95% der Fälle einfach direkt genauer sagen, was man denn sagen möchte. Meist wird es auch nur anstelle von “oder” verwendet — was wohl nicht wichtig genug klingt.

Wiktionary hat übrigens ein schönes Beispiel für Fall (2): “Sie kraulte ihrem Hamster und Wellensittich oft das Fell beziehungsweise die Federn.” Genau: dem Hamster wird das Fell gekrault, dem Wellensittich die Federn. Und das “beziehungsweise” stellt klar, dass es genaus so rum ist und nicht etwa umgekehrt. Oder auch “Anna und Maria sind acht beziehungsweise vier Jahre alt” — ganz klar, Anna ist also die Ältere von den beiden.

Ganz schlimm wird’s, wenn Leute “beziehungsweise” im Fall (1) in jedem zweiten Absatz verwenden — aber Sätze, in denen ein “beziehungsweise” à la (2) durchaus helfen würde, völlig vermurksen. Ein schönes Beispiel für diese Verwirrungstaktik: “Aus wissenschaftstheoretischer Sicht lassen sich wissenschaftliche Begriffe in Beobachtungsbegriffe und theoretische Begriffe bzw. Konstrukte unterteilen.” Preisfrage: ist “theoretischer Begriff” nun ein Synonym von “Konstrukt”?

“Expired Date Prints On The Bottom”

Mittwoch, 12. April 2006

Das ist doch mal ein schönes Spiel: Fresspakete-Tauschen. Man schickt eins weg und bekommt eins zurück, und in letzterem sind dann jede Menge lustige Dinge drin :) In meinem Fall: man bekommt eins mit ganz vielen koreanischen Dingen und ohne Gebrauchsanleitung zurück und muss dann erstmal Leute fragen, die sich besser mit sowas auskennen…

Englisches Wort für heute: Pürierstab

Donnerstag, 16. März 2006

Ich habe gestern mit Andreas telefoniert und wir haben über die Paprika-Quiche geredet, die ich heute ausprobieren wollte. Also habe ich ihm das Rezept aus meinem Kochbuch übersetzt. Ohje: was heißt “Pürierstab” auf Englisch? Ich hab’s mal mit “this blender-on-a-stick thingie” versucht, was erst einmal einen Lachanfall am anderen Ende der Leitung ausgelöst hat. Mit ein bisschen erklären wusste er dann aber, was ich meine.

Die Frage hat mich dann aber doch nicht losgelassen, also habe ich heute erstmal dict.leo.org bemüht — dort gibt’s nur Forenbeiträge, und die sagen “hand blender”. Ich hab dann zur Sicherheit nochmal in der Wikipedia nachgesehen: das hochoffizielle Wort ist anscheinend immersion blender, aber das andere ist auch richtig:

It is also sometimes called a stick blender, wand blender, torpedo blender, electric hand blender or a Bermixer (after the brand name of professional models made by Dito-Electrolux, sometimes misspelled “beurre mixer”).

Wieder was gelernt. “Blender on a stick” find ich trotzdem besser ;)

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Spaßige Dinge auf dem Mensa-Speiseplan

Donnerstag, 9. März 2006

Es ist ja nichts Neues, dass ich Schilder auch schon mal falsch verstehe — aber neulich in der Mensa hat’s mir doch glatt fast den Appetit verdorben…
Ausschnitt aus dem Mensa-Speiseplan: Hähnchenbrustfilet Kiew mit Pariserkarotten
Glücklicherweise hat sich dann aber herausgestellt, dass besagte Karotten nur merkwürdige, kugelförmige Möhrchen waren (sah so aus, als wär jemandem eingefallen, wie man auch die halb-grünen oberen Möhrenenden noch zu Geld machen kann).

Aber ist ja nicht das erste Mal, dass der Mensaplan etwas merkwürdig ist. Zum Beispiel habe ich mich bestimmt mehrere Semester lang darüber gewundert, dass da immer mal wieder “Tagliatelle Funghi mit Pilzen” stand (das, mal ganz nebenbei, wohl eher “mit genau 8 halbwegs pilzähnlichen Stückchen in der Sauce” heißen sollte — mir war’s recht, ich mag keine Pilze, und in der Mensa schon gar nicht). Bis es dann eines Tages mal nicht dabeistand. Und an diesem Tag auch keine Pilze in der Sauce waren. Und nein, ich glaub nicht daran, dass im Nudelteig Pilze verarbeitet waren.